Keine Motivation

Nach diesem schönen Wochenende und den tollen Erfahrungen, gefällt es mir ganz und gar nicht, dass mich der Alltagstrott wieder einholt und die Hochschule wieder los geht. Mir fehlt einfach die Motivation, ich habe keine Lust… Und das passiert mir nicht so häufig. Vorallem weil ich ein Mensch bin, der meist weiß „was sich gehört“ und dann dementsprechend handelt..

Ich fühle mich schlecht / nicht wirklich wohl dabei, wenn ich Dinge so „schludern“ lasse. Also habe ich mir angewöhnt, mich dadurch zu quälen.
Habe nicht auf meine eigenen Bedürfnisse geachtet und einfach gemacht, was von mir erwartet oder verlangt wird.

Ich bin sicher der eine oder andere kennt dieses Phänomen nur zu gut.

Sind nicht schließlich viele von uns so erzogen worden, dass das Leben kein Ponyhof ist, kein Zuckerschlecken.. Dass man sich dadurch boxen muss, auch wenn es keinen Spaß macht..?!

Ja, aber warum eigentlich?
Ich frage mich das Selbst gerne mal, bohre genauer nach.. und stoße dann darauf, dass es mir einfach so anerzogen wurde von klein auf. Von der Schule, Eltern und Großeltern und sonstigen Mitmenschen, denen man Gehör geschenkt hat und als kleines Kind geglaubt hat. Ein Hoch auf die Sozialisation, Yeih!

Aber das Leben muss nicht immer hart und ungemütlich sein, Nein! Es ist schön und man kann frei Wählen. Für sich selbst wählen. Wählen was gut tut.. (Wo ich direkt schon bei an die Wahlen in Amerika denke…Auf das Ergebnis möchte ich gar nicht weiter eingehen)

Ich kann wählen, was ich wirklich möchte, und nicht nur das tun, was ich sollte

Saubere Sache!

Gestern war der dritte Samstag im September. Wir hatten traumhaftes Wetter, die Sonne schien aufs Wasser. Es glitzerte herrlich. Viele Menschen waren da. Es erklang Musik, live wurde gesungen und Gitarre gespielt. Wir tanzen. Mein Herz tanzt. Es gab ein tolles veganes Buffet mit Reis, Kürbis, Salaten, Eintöpfen, Broten, Waffeln und Muffins.

Der dritte Samstag im September ist Coastal Cleanup Day. Das heißt, viele Menschen auf der ganzen Welt machen ab oder an diesem Tag die Küsten der Welt sauber. In unserem Fall war es zwar ein See, aber auch in und drum herum wurde fleißig sauber gemacht. Helfer allen Alters, Nationalität und Hautfarbe machten mit! Im letzten Jahr sammelten 800.000 Menschen weltweit mehr als 8.160 Tonnen Abfälle von Stränden, aus dem Meer, aber auch aus Flüssen und Seen. Das ist beeindruckend!

Auf der anderen Seite aber auch erschreckend, dass so viel Müll in der Natur landet. In unseren schönen Gewässern, an denen wir uns doch zu gern aufhalten und erfreuen. Aber nicht nur im Wasser, sondern auch in den Lebewesen die im und ums Wasser herum leben. Fische, Vögel, Delfine und Wale.. Plastik braucht mehrere (hundert) Jahre um sich zu zersetzen,.. von Plastiktüte (zerfällt nach 15-20 Jahren) bis hin zur PET-Flasche (450 Jahre) ist aber alles dabei. 300 Millionen Tonnen Plastik werden jährlich produziert, davon landen mehr als 10 Millionen Tonnen als Müll in den Ozeanen. Hinzu kommen Elektronik-, Metall- und Schrott-Teile, ebenso wie Fischernetze und ähnliches.

Bei all den Zersetzungsprozessen werden jedoch Giftstoffe frei, die wiederum schädliche Auswirkungen auf all die Lebewesen haben. Kleinster Mikroplastik landet so in den Fischen, die viele Menschen doch allzu gerne essen. Andere Tiere, wie Robben und Vögel, aber auch Schildkröten und Quallen oder Tintenfische verfangen sich entweder im Müll oder fressen ihn und können ihn nicht verdauen, sterben also daran.

Ganz schlimm finde ich persönlich noch all die Raucher, die ihre Kippenstummel ganz selbstverständlich aus dem Fenster oder in die Umgebung Schnipsen, so als würde das gar nichts ausmachen. Jedoch braucht diese 1-5 Jahre zum zerfallen, der Filter benötig dabei die längste Zeit. Und dennoch.. Wir sollten nicht mit ausgestrecktem Zeigefinger auf andere zeigen und sagen, Die sind doch aber Schuld. Sondern überlegen, was wir selber tun können. Jeder ist für sich und sein handeln Selbst verantwortlich.

Ich bin dankbar für solche Organisationen, die mit anpacken, um die Welt ein bisschen sauberer zu machen. Schließlich wollen wir uns doch an ihrer Schönheit erfreuen.

Schwächen zeigen? Aus der Reihe tanzen!

Immer wieder kommt es mir so vor, als würde ich extrem viel Privates von mir schreiben und preisgeben. Wieso schreibe ich nicht mehr über unverfängliche Themen wie veganes Essen/Rezepte oder die (Um)Welt (obwohl auch das allein ja schon  reichlich Diskussion auslösen kann)?! Natürlich ist es leichter über die Politik, die Welt oder Bücher und Essen zu schreiben/reden als über sich selbst.. Der ganze Private Bereich hilft mir aber selber dabei, mich besser zu verstehen und zu verarbeiten was meiner Meinung nach zu verarbeiten ist. Es ist grad mal ein Bruchteil von dem, was tatsächlich alles zu mir gehört, zu meinem Leben, meiner Biografie.. Einiges davon stelle ich auch gerne etwas überspitzt dar. Ich mag auch Texte von anderen über dieses Thema. Ich finde es wichtig und gut, mit Aussagen zu provozieren, damit andere vielleicht mal aufschreien und sich angesprochen fühlen.

Es kommt mir wahrscheinlich nur so vor, besonders offen zu sein, weil man sonst in der heutigen Zeit eher weniger über solche Themen spricht oder schreibt. Und wenn man es dann mal tut, wird man angeguckt wie ein Auto bzw. steht dann alleine mit seiner Meinung und seinem Gesprächsbedarf da. Ich möchte mich nicht mehr dafür schämen müssen, was mit mir los ist und wie ich mich fühle. Denn all das gehört zu mir, ist ein Teil von mir und es mag auch eine Schwäche sein, weil ich nicht so „normal“ oder angepasst bin wie andere. Naja, sei’s drum, normal war und wollte ich eh nicht sein. Und darüber zu schreiben betrachte ich persönlich als Stärke. Aber das mag gerne jeder anders sehen.

Dennoch -ist es in unserer Leistungsgesellschaft nicht so, das man lieber darüber schreibt oder redet was man alles erreicht hat. Wie oft gibt es Ratgeber darüber, wie man besonders schnell erfolgreich wird. Ohne viel dafür zu tun. Höher, besser, größer, schneller, weiter, effektiver. Da kann doch gar nichts mehr schief gehen. Eltern- und Beziehungsratgeber, Fitness- und Ernährungstipps, Oder Wie man Glück erreicht.  Weil es nur darum geht?!
Auf Dauer wird das aber leider meist nix. Denn die Realität sieht anders aus, und jeder erlebt sie auch anders. Was macht man am besten gegen fehlendes Selbstwertgefühl, eine Depression oder eine Trennung? Ratgeber lesen ist da eher eine schlechte Alternative..

Und wenn man schon nicht finanziell erfolgreich ist, dann will man es wenigstens Privat. Eine tolle Beziehung führen, heiraten, Kinder kriegen, Mutter sein, Freundin sein.. wenigstens anderen helfen und ihnen gute Ratschläge geben. Hauptsache ich habe etwas, was mich nach außen hin gut wirken lässt. Ganz nach dem Motto: „Ich bin erstmal nichts wert, erst wenn ich nicht  für andere etwas geleistet habe“..
Und überhaupt, was mache ich wirklich mal für mich?  NUR für mich? Wie sehr achte ich auf mich, wie liebevoll gehe ich mit mir um? In Gedanken? Meist eher nicht so..

Aber nach außen! ist alles friede freude eierkuchen, trallafitti, mir geht es gut.

Sind wir nicht auch ständig bestrebt Harmonie herzustellen? Beim Weihnachtsessen mit der Familie,  was einen total ankotzt? Wenn ein(e) Freund(in) / Partner(in) irgendwie total daneben war, man aber keinen unnötigen Streit möchte. Ich für meinen Teil muss ganz klar sagen, ich war / bin es schon. Klar muss man nicht aus jeder Mücken einen Elefanten machen und so einen Streit herauf beschwören, aber alles runterschlucken ist hier auch nicht die Lösung. Sind wir bestrebt keine Fehler bzw. vieles richtig (gut) zu machen? Auch hier spreche ich mal von mir selbst und sage,ja, natürlich bin ich das. Gab ja auch nie ein Lob, wenn ich was verbockt habe. Das prägt sich so ein. Nicht über unsere eigenen Schwächen zu reden wurde uns doch quasi anerzogen.. Ob von den Eltern/Familie oder von der Gesellschaft.

Wo wird man mal aktiv dazu aufgefordert die ganze Sch**** (sorry) rauszulassen?
Wut rauslassen und abbauen ist ein zentrales Mittel um sich danach besser zu fühlen. Aber das wird uns ja meist als „Fehler“ oder Unpässlichkeit unterstellt. Ich bin generell ein kritischer Mensch und sehe auch die Gesellschaft in der wir leben mit kritischem Blick. Unter anderem als einen Grund dafür, warum immer mehr sogenannte psychische Krankheiten auftreten. Burn-out, Überforderung, Stress (natürlich ganz zuoberst als der Bösewicht schlechthin!). Aber da es ja ein allgemeines Problem ist, wird es natürlich auch anerkannt, es gibt ja mitlerweile auch vieles gutes von der Pharmaindustrie für unsere psychischen Leiden und Unannehmlichkeiten. Klar, der Markt profitiert davon.
Und wir? Wir streben weiter nach Aktionismus, Perfektionismus, wollen aber auch Anerkennung und Lob bekommen, sollten zudem nicht zu Egoistisch oder narzistisch sein. Schließt sich teilweise gegenseitig aus. Wir verlieren den Blick für das das Mögliche, was ist mit Realismus? Verlieren den Blick für uns selbst.. Schauen zu sehr auf das außen.

Überall treffen wir auf Tipps oder Regeln, tu dies nicht, mach das nicht, mach das so, oder lieber SO. Natürlich sind einige dieser Regeln nicht schlecht und erleichtern das Zusammenleben und den Umgang miteinander und der Welt, damit wir uns nicht dauernd die Köpfe einschlagen (Schaut man auf die ganze Gewalt in der Welt scheinen es einige aber immer noch nicht ganz verstanden zu haben). Aber manchmal muss man eben auch mal nicht alles so auf die Reihe bekommen. Man hat es nicht immer leicht, und darf auch mal scheitern. Man hat nicht immer schöne Dinge erlebt und jeder Mensch hat auch Bedürfnisse die befriedigt werden wollen. Alles auf einmal geht nicht.. Doch wie soll man sich dann noch trauen, sich etwas einzugestehen nicht geschafft zu haben?
Bei so vielen Ratgebern wurde noch keiner geschrieben wie z.B. „Die 10 besten Wege sich seine Schwächen einzugestehen“, oder?!