Die Geschichte vom kleinen Tiger – oder – Du bist was du glaubst zu sein

Gestern schaute ich den Film „The Jungle Book“. Eine Neuverfilmung vom altbekannten Disney – Film von 1967, auf deutsch „Das Dschungelbuch“.

Der kleine Mogli, der als „Findelkind“ im Dschungel gefunden wurde, wächst unter Wölfen auf. Er gehört zum Rudel dazu und das Rudel erwartet auch, dass er sich wie ein Wolf, nicht wie ein Mensch, verhält. Doch als es im Dschungel Ärger mit dem Tiger Shir Khan gibt, muss Mogli das Rudel verlassen und es folgt eine spannende Reise durch den Dschungel, bei der er immer wieder auf Herausforderungen stößt, aber auch neue Freunde findet. Eigentlich soll er ins Menschendorf zurückkehren, doch Mogli ist mutig und entschließt sich für einen anderen Weg.. Schließlich macht er sich indirekt auf die Suche nach seiner wahrer Bestimmung und findet heraus was in ihm steckt.

Analog dazu passt die Geschichte vom Kleinen Tiger

,,Es war einmal ein kleiner Tiger, dessen Mutter gleich nach seiner Geburt gestorben war. Eine Herde Schafe, die in der Nähe weidete, hatte sich seiner angenommen und nahmen ihn bei sich auf.

So wurde aus dem kleinen Tiger zwar bald ein großer und stattlicher Tiger, aber er benahm sich wie ein Schaf. Er fraß Gras, blökte wie ein Schaf und suchte den Schutz der Herde. Obwohl tief in ihm die Kraft eines Tigers schlummerte, glaubte er fest daran, ein Schaf zu sein.

Nun schlich sich eines Tages ein alter Tiger an die Schafherde heran, um eines von ihnen zu reißen. Als er den jungen Tiger inmitten all der Schafe grasen sah, wollte er seinen Augen kaum glauben. Er jagte zu ihm hin, packte ihn am Nackenfell und schleppte ihn zu einer Wasserstelle.

Der alte Tiger bestand darauf, dass der junge Tiger sich sein Spiegelbild im Wasser anschaute. Und da stellte er fest, dass er in Wirklichkeit kein Schaf war, sondern ein Tiger! In diesem Moment brach ein gewaltiges Brüllen tief aus seinem Inneren hervor und er erkannte endlich seine wahre Natur.“

Ich finde beide Geschichten stellen ähnliches dar. Wenn du denkst, du bist „jemand“ bestimmtes, dann verhältst du dich auch dementsprechend. Mit unseren Gedanken über uns selbst kreieren wir unser vermeintliches Selbst und alles was damit zusammenhängt, unsere Realität. Das was uns von klein auf gesagt wird, nehmen wir erstmal für voll..
Meist macht man sich dadurch kleiner als man ist und redet sich negative Dinge ein. Diese Geschichten motivieren dazu, herauszufinden und dann auch zu zeigen, was in einem steckt.

Es zeigt, dass es keine Rolle spielt, wo oder wie man aufgewachsen ist, man kann trotzdem seine individuellen Potentiale entfalten. Man sollte seine Stärken nicht unterdrücken, nur weil sie anderen „nicht passen“, man sollte keine Angst haben. Denn wer mutig ist und an sich glaubt, der kann VIELES schaffen!

Nur weil man in einer Gesellschaft oder Familie aufgewachsen ist, die vielleicht nicht so kreativ oder künstlerisch begabt ist, die kein Interesse an Wissenschaft oder Ähnlichem hat, heißt das nicht, dass man es nicht selbst entfalten oder in sich haben kann.

Alles in allem fand ich auch den Kino-Film sehr gut gemacht/animiert und er ist wirklich empfehlenswert. Ich gehe selten ins Kino und wenn ich einen Film gut finde, dann weil er mich fesselt, gefühlvoll ist und eine gute, tiefgründige Botschaft vermittelt.

 

Bild: Von Walt Disney Pictures – Extracted from http://www.wdsmediafile.com/media/thejunglebook/writen-material/thejunglebook56fdc80574156.pdf, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49572715

Geschichte: http://www.engelbrecht-media.de/s_weisheitsgeschichten.html