Als Veganer/in kann man doch fast gar nichts mehr essen.. Oder?

In der letzten Zeit durfte ich mir diesen Satz wirklich ziemlich oft anhören. Und jeder der sich vegan ernährt bekommt denke ich mal ähnliche Fragen gestellt. 😀

Dabei ist das absolut nicht so.. Ich habe eine sooo große Auswahl an verschiedenen Nahrungsmitteln, dass ich täglich aufs Neue andere Sachen koche und ausprobiere. Habe mal irgendwo den Satz gelesen: ,,Für jedes Lebensmittel auf das ich verzichte kommen 2 neue dazu.“ Und es ist tatsächlich was wahres dran! – Dann werde ich trotzdem immer komisch angeguckt, so ganz glauben mag es erstmal keiner so Recht. Viele die sich mit der Ernährung noch nicht so auseinander gesetzt haben, denken erstmal nur an reinen Verzicht. Ich darf kein Fleisch mehr essen, keinen Käse (womit soll ich dann Ofengerichte überbacken? – meine Antwort: Cashewmus mit Gemüsebrühe! 😀), keinen Joghurt, kein Eis, keinen Quark, keine Süßigkeiten, keine Eier, keine Milch.. Die Dinge sind ellenlang weiter aufzuzählen. Dabei findet man so gut wie für alles einen Ersatz. Und auf manche Dinge kann und will man ja auch ganz bewusst verzichten. (Warum ich das mache? Weil ich es kann! :D)

Ich möchte zum Beispiel keine Eier essen, die nach Fisch(mehl) riechen oder schmecken, keine „vergammelte“ Milch in Form von Käse, generell keine tierischen Produkte, wo ich weiß dass dort Antibiotikareste oder ähnliches drin stecken. Mal ganz davon abgesehen was für Stresshormone jedes Tier bildet, kurz bevor es geschlachtet wird, oder nur wenn es im Stall steht. In einem engen, schlecht geküfteten Stall mit vielen anderen Artgenossen. Dann argumentieren einige, ,,dann kauf doch Bio!“ – Mache ich ja eh schon. Aber das ist zum einen auf Dauer verdammt teuer, und zum zweiten, wer garantiert mir wie Bio das wirklich ist?! – Da bin und bleibe ich Skeptisch. Außerdem geht es mir auch um das Gesamtwohl der Tiere, und ich finde  es schrecklich, dass sich der Mensch so über das Tier stellt. Und es geht mir um die Umweltbilanz. Wie viel so ein Schwein, eine Kuh, ein Huhn an Energie und Wasser kostet..

Naja, ich wollte ja eigentlich dazu kommen, was man trotz veganer Ernährung alles essen kann und was bei mir noch an tollen neuen Dingen dazu gekommen ist. Ich habe viele Lebensmittel kennen und schmecken gelernt, die ich vorher vielleicht, wenn überhaupt nur vom Namen kannte. Zum Beispiel Topinambur, Quinoa, Amaranth, Buchweizen (Flakes, oder als Mehl), Kichererbsenmehl, Sesammus, weißen und schwarzen Rettich usw… Glücklicherweise kannte ich auch vorher schon viel Außergewöhnliches, habe nur gelernt es neu zu kombinieren oder mal richtig zuzubereiten. Und es macht so einen Spaß, und ist so ein tolles Geschmackserlebnis! Ich muss dazu sagen, klar, das wäre vielen sicher einfach zu aufwändig, aber mir gefällt es, weil ich auch Allgemein total viel Spaß am Kochen (neuer Gerichte) habe. Meine erste vegane Pizza war ein Geschmackliches Meisterwerk. Dazu muss man sagen, das einzige was ersetzt werden musste war der Käse und zwar habe ich dafür Cashewmus mit Gemüsebrühe angerührt, bis es die Konsistenz von geschmolzenem Käse hatte und habe das über meine Pizza gegeben. Total geil! Wenn ich an Eis im Sommer denke, fällt mir dazu nur mega leckeres Frucht-Sorbet ein. 0% Fett aber 100% Geschmack würde die Werbung jetzt sicher sagen 😀 – Aber so ist es! Sojajoghurt gibt es mittlerweile auch fast in jedem Supermarkt. Aber ich versuche mich gar nicht an diesen „Nachmachern“ von den eigentlichen Lebensmitteln zu orientieren sondern mag es viel lieber mit altbekanntem etwas neues auszuprobieren. Ich liebe zum Beispiel Reis in allen möglichen Varianten, süß sauer, scharf, süß, und das alles vegan! Ich liebe Kartoffeln und Nudeln, mag gerne gekochten Sonnenweizen (Ebly) oder Dinkel wie Reis. All sowas ist total lecker und steckt voller Nährstoffe.

Das einzige was mir vielleicht wirklich fehlen könnte ist Vitamin B12 und das kann man ja gut supplementieren, zumal es eine tolle Zahnpasta gibt, in der das enthalten ist. 🙂

Ich glaube damit für mich selbst erstmal alles richtig zu machen, und es hilft mir meinen Körper mal richtig zu reinigen und von all dem Müll (nicht nur Nahrungsmäßig) der letzten Zeit zu befreien.

 

 

 

 

Pfannkuchen am Morgen…

..vertreibt Kummer und Sorgen. 😀 – schön wär’s..

Lecker waren sie trotzdem und natürlich vegan!

Ich liebe es sich am morgen ganz in Ruhe ein leckeres Frühstück zu machen, für mich könnte auch den ganzen Tag „morgens“ sein. Da bin ich am produktivsten. Solange kein Stress aufkommt.. In meine Pfannkuchen sollte ganz viel Obst rein kommen und ich wollte die neu erworbene Soja-Schoko-Kokos-Milch mal austesten! Also mixte ich:

  • 100g Dinkelmehl (typ 630)
  • 1 TL Weinstein Backpulver
  • 1/2 Tl Salz
  • 150ml Soja-Schoko-Kokos-Milch
  • 2 El geschrotete Leinsamen
  • 1 TL Zimt
zu einem breiigen, nicht zu flüssigen Teig zusammen. Bei Stufe 3 in die vorgeheizte Pfanne und nach 3 Minuten konnte ich ihn schon wenden. 🙂
Das Ergebnis war auf jeden Fall schonmal augenscheinlich sehr gut.. Meist werden Pfannkuchen bei mir nämlich eher bröckelig oder zerfallen oder sonstige Missgeschicke.
Diesmal war ich mit den Konsistenz vom Teig mehr als zufrieden!

WP_20160122

In den Rest des Teiges gab ich jetzt noch etwas Obst:
eine halbe Banane, einen halben Apfel kleingeschnitten, und ein paar Granatapfelkerne.

Die anderen Hälften vom Obst wollte ich mir für obendrauf lassen 🙂

Von der Konsistenz und auch vom Geschmack super mega lecker, die Granatapfelkerne schmecken herrlich wenn sie warm sind, und knacken trotzdem noch so schön..  Die Banane macht eine tolle Süße! und der Apfel gibt etwas süß-säuerliches, mhhh…

In diesem Sinne, Guten Hunger und einen schönen Freitag! Bald ist Wochenende 🙂

WP_20160122 3

Der Ruf des Industriezuckers..

Eigentlich ist Ernährung ja voll mein Thema. Immerhin habe ich innerhalb meines ersten Studiums zur Fitnesstrainerin eine Ernährungsberater-Lizenz gemacht und mich auch privat sehr detailliert mit diesem Thema befasst. Und die richtige Ernährung ist ja auch im Moment ganz aktuell in aller Munde. Jeder meint da seine richtige Form der Ernährung gefunden zu haben, meist gepaart mit Sport. Und all die Gesundheitsbewussten Sportfreaks (wie ich selbst einer war.. oder bin?!:D) sind überzeugt davon mit ihrer jeweiligen Ernährung total super zu fahren.. Ob jetzt ‚low carb, high fat‘ oder eine anabole Diät die das Körperfett zum schmelzen bringen soll. Hauptsache wenig Kohlenhydrate!
Irgendwie geht es da immer um die bösen Kohlenhydrate, und vorallem den Bösen Zucker! Eine Ausnahme stellt dagegen die vegane high carb Ernährung dar, wo sich fast ausschließlich von Kohlenhydraten (aus Früchten und stärkehaltigem Gemüse) ernährt wird. Aber in Obst steckt doch auch sehr viel Zucker…Hm, was ist nun das Schlimme am Haushaltszucker?

Eigentlich ist (Haushalts-)Zucker (Saccharose) doch nur eine Verbindung aus Fructose (also Fruchtzucker – der ohne Insulinproduktion verstoffwechselt wird) und Glucose (die unser Körper als wichtigsten Energielieferanten braucht)! Wie dieser Zucker nun im Körper aufgespalten und aufgenommen wird spare ich an dieser Stelle mal aus, kann man bei Wikipedia super nachlesen. 😀

Also können wir auf Dauer doch gar nicht ohne den Zucker, vorallem unser Gehirn braucht die Glucose.. So zumindest meine Meinung. Natürlich kann man sich entscheiden, wie viel Zucker bzw. eher Glukose und ob lieber aus der Stärke aus Kartoffeln oder aus Schokoriegeln zu sich nimmt.
Aber mal ganz ehrlich, wie drastisch macht sich das eine „Snickers“ 1-2 pro Monat wirklich in unserem Leben, unserem Körper oder gar auf der Waage bemerkbar?! Wem es wirklich nur um die Schlanke Linie geht, dem sollte das wirklich nicht so viel ausmachen. Wem es hingegen um die Gesundheit geht, da lässt sich ne ganze Menge Material finden, wie schädlich Zucker sich auf unseren Körper und unsere Gesundheit auswirkt. Immerhin kann man glaube ich nicht gegen den normalen Industriezucker allergisch sein, wie das zum Beispiel bei Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker der Fall sein kann..

Heute habe ich nämlich eine interessante Diskussion über den „gefährlichen“ Industriezucker geführt.  Natürlich steckt die Industrie fast in jedes Produkt Zucker rein, und macht uns Konsumenten damit nach und nach „Zucker süchtig“. Vorallem in den Kinderprodukten ist eine Menge davon drin, was ich persönlich sehr schlimm finde! Man wird also von klein auf abhängig gemacht.. Und immer öfter wird davor gewarnt, dass man aufmerksam sein soll, wie viel Zucker sogar in den Produkten drin steckt, in denen man ihn nicht vermutet..

Mal wieder muss ich sagen, dass es wie so oft, die Industrie selbst ist, die zum großen Teil davon profitiert, dass der Zucker an sich ein schlechtes Image (bekommen) hat. Denn umso mehr werden ‚light‘ oder ‚zero‘ Produkte verkauft. Gucken wir uns doch nur mal die Cola an (mal davon abgesehen, dass ich von Cola generell nichts halte, wegen der Phophorsäure und der vielen Kohlensäure), die immer wieder schlechte Schlagzeilen macht, weil in einer Flasche Cola an die 40 Würfelzucker enthalten sind. Und dementsprechend erfreut sich die Coke light oder zero wachsender Beliebtheit. Genauso ist es mit Zuckerersatz-Produkten wie „Xucker“ oder Stevia. Und auch dazu gibt es noch keine Langzeitstudien, wie sie sich auf unseren Körper auswirken (Bauchspeicheldrüse, Leber, Blutgefäße, etc.)

Dann kann man sich auf der einen Seite fragen: Geht es uns beim Verzicht auf Zucker immer nur um die Kalorien die wir einsparen, der schlanken Linie wegen?! Oder geht es wirklich nachhaltig um gesundheitliche Faktoren? Ist Zucker denn wirklich so ein Gift für uns?
Auch hier gilt wie immer: Die Dosis macht das Gift. Ich persönlich habe auch lange Zeit versucht auf jeglichen Zucker zu verzichten, was dazu führte, dass ich dauernd die Inhaltsstoffe durchgelesen habe und  seeehr viele Produkte aus meiner täglichen „Ernährung“ aussortiert habe. Von ausgewogener Ernährung kann hier zumindest keine Rede mehr sein.

Man merkt, es ist gar nicht so leicht, auf der einen Seite vermeintlich gesund zu leben, dann aber in ständiger Kontrolle über seine Nahrungsmittel. Natürlich bin ich auch der Meinung, dass es gesunde Alternativen gibt (zum Beispiel eine reife Banane oder ein knackiger Apfel! Gibt nichts besseres. Oder eine tolle Alternative zu Snickers ist Erdnussmus mit Kakaopulver 😀 – nur mal so nebenbei..) Aber vollkommen und zu jeder Zeit auf den Zucker verzichten zu wollen finde ich ziemlich mühsam und doch schon so eine Art Kontrollwahn. Je nachdem wie exzessiv man es hält mit dem „auf Zucker verzichten“ weil es ja sooo schlecht für den Körper und die Linie ist, kann es auch eine Form der Essstörung sein. Eben weil man ja dauernd über’s Essen nachdenkt.

Nun ja, das würde jetzt in die falsche Richtung führen. Eigentlich soll’s ja um den bösen Industriezucker gehen, der viele von uns dazu bringt light oder andere Ersatzprodukte in allen möglichen Farben und Formen zu kaufen. Aber was haben diese Ersatzprodukte alle gemeinsam? Richtig, sie sind (genau wie der Zucker) ein Industrieprodukt 😀 Was ich dazu nur sagen kann, versuchen wir uns doch einfach ein bisschen mehr von natürlichen Produkten zu ernähren.. zurück zur Natur!! und wenn wir schon etwas weglassen wollen, dann lieber das Fleisch oder tierische Produkte (aus schlechter Tiefhaltung) im Allgemeinen! Damit tun wir uns und unserer Gesundheit ebenfalls viel gutes..Ohne diese ganzen (Stress-)Hormone, Antibiotika und genmanipulierten Soja! Vorallem verlangt unser Körper ja auch oft nach Zucker, NACHDEM wir eine schwer verdauliche Mahlzeit gegessen haben (Spaghetti Bolognese, oder Schnitzel o.Ä.) oder aber total im Stress sind.. Hängt wohl alles irgendwie zusammen.

Der Zucker badet das ganze dann nur irgendwie aus und schüttet ja angeblich auch Glückshormone frei. Danach suchen wir ja auch soo oft in unserem Leben, und Schokolade ist dann meist doch die einfachste Form das Bedürfnis zu stillen, nicht wahr?! Zum Sport gehen wäre auch eine Möglichkeit sich gut zu fühlen.

Mein Fazit zu dem ganzen ist schwer zu ziehen, irgendwie gibt es immer wieder eine andere Denkweise darüber und man kann das Thema sicherlich zig mal von einer anderen Perspektive betrachten. Dennoch: Industriezucker ist natürlich nicht gesund, aber auch nicht etwa totaaal schlecht oder gar giftig für uns (sofern wir keine Diabetiker sind). Also kann man getrost das eine oder andere mal was naschen (Immerhin weiß man bei einem Snickers ganz sicher dass dort Zucker drin ist, anders bei Lebensmitteln wie Senf, oder einem Aufstrich fürs Brot). Wenn man stattdessen lieber einen Apfel isst, auch gut, bzw. sogar besser! Aber in der Kalorienmenge die am Ende des Tages zusammenkommt macht es sich, solange man den Zucker Maßen genießt, nicht besonders bemerkbar.