First of all, there has to be pain..

Damit man etwas Grundlegendes im Leben verändert muss es scheinbar erstmal richtig, richtig scheiße laufen. Es muss genug wehtun, man muss einen Schmerz empfinden, der so stark ist, damit man aufwacht und merkt, dass die bisherigen Lebensweisen nicht gerade gut waren. Das kann eine Krankheit sein, wegen der man erstmal ne Zeit lang ausfällt oder es kann eine Trennung sein. Ein Zusammenbruch, das Scheitern eines Plans. Der Streit mit einem lieben Menschen oder andere einschneidende Erlebnisse.

Und wenn man dann erstmal an diesem doofen Punkt ist, das es richtig weh tut, ja dann.. Dann ärgert man sich meist erstmal noch, wieso es so weit kommen konnte, oder man ärgert sich über andere Menschen und äußere Umstände. Anstatt dass man sich in einer Situation, in der man große Schmerzen empfindet, gut zuredet, macht man sich lieber runter.
Ich kenne das gut genug. Wieso schaffe ich es nicht mir Mut zu machen? Wieso versuche ich erstmal zu erfassen, was alles dazu geführt hat.. Suche in der Vergangenheit, anstatt nach Lösungen zu suchen, die mir vielleicht in meiner Situation helfen könnten. Wieso fällt es mir so verdammt schwer liebevoll zu mir zu sein?
Ja, weil ich es nie gelernt habe. Nicht beigebracht bekommen habe. Denn dazu gab es kein Schulfach und auch meine Eltern haben mir diese Lektion leider nicht mit auf den Weg gegeben. Vermutlich, weil sie es selbst nicht beigebracht bekommen haben von ihren Eltern. Und die nicht von ihren.. usw. Aber ich möchte gerne, dass das bei mir aufhört!
Ich bin bereit einen schwierigen Weg zu gehen. Einen Weg auf dem ich sicherlich nicht immer Begleiter finden werde, aber auch alleine gehe ich ihn. Weil ich dadurch stärker werde und weil ich bisher viel alleine geschafft habe. Anders war ich ja eh immer schon.

Wo ist mein Selbstwert hin und wieso tue ich mich so schwer damit ihn zu finden?
„Was würde eine Person tun, die sich selbst wertschätzt?“ – Diese Frage werde ich mir ab jetzt bei jeder meiner Entscheidungen die zu treffen sind stellen. „Was würde eine Person, die sich selbst wertschätzt, heute Abend gerne tun? Für Recht lernen oder spazieren gehen?“ – Definitiv letzteres. „Was gibt es heute bei mir zu essen?“ – Das worauf ich Hunger habe: Grießbrei mit Banane ❤
Es mag kleinlich klingen, aber ich finde ich muss auch klein anfangen. Denn ich starte so ungefähr bei 10 % und habe noch eine lange Reise vor mir bis zu erstmals…  50 %, denn ich will mir die Messlatte nicht zu hoch hängen. Auch das hat etwas mit Selbstliebe zu tun.

Es passieren zurzeit total tolle Dinge, die mir nebenbei noch dabei helfen, mein Selbstbewusstsein zu stärken und mich gut fühlen lassen. Aus dem Grund denke ich, dass genau jetzt auch der richtige Zeitpunkt ist, damit anzufangen mehr und mehr auf mich selbst und meine Bedürfnisse zu achten. Mir selbst zuzuhören und mich selbst wert zu schätzen. Damit ich meine Leistungen nicht mehr an oberste Stelle stelle. Sondern einfach mich. Einfach ICH. Ohne etwas dafür leisten zu müssen, ohne vor jeder Prüfung bangen zu müssen, wie das Ergebnis wird,.. weil ich mich ohne gutes Ergebnis wertlos fühlen würde.. weil ich ohne Leistung das Gefühl habe, zu wenig Beitrag zu leisten..

Damit ich akzeptieren kann, dass ich gut bin wie ich bin. Und dass ich nichts an mir ändern muss. (vorallem möchte ich meinen Selbstwert nicht mehr davon abhängig machen, was ich im Spiegel sehe). Ich gestatte mir mehr und mehr meine Gefühle anzunehmen und zuzulassen, was unglaublich gut tut. Ich hoffe, dass ich noch viel mehr annehmen kann. Vorallem aber, dass ich die Liebe anderer annehmen kann und weiß, dass ich sie verdient habe, ohne etwas dafür machen zu müssen. Damit ich wieder mehr Vertrauen schenken kann, und ebenso darauf bauen kann, dass auch mir Vertrauen geschenkt wird.

Vertrauen.

Manchmal ist es schwer,
Unterstützung anzunehmen.
Es ist aber auch schwer,
den Alltag durchzustehen.

Doch gibt es viele Menschen,
die mit uns gehen sollen.
Wenn wir nur ganz kurz mal,
die Augen öffnen wollen.

In unsere Augen und das Herz,
das reinlassen was da ist.
keine Angst mehr vor Schmerz,
oder der Vergangenheit.

Ganz ohne Misstrauen,
ohne negative Gedanken.
Begegnen mit Vertrauen,
und sich dafür bedanken.

Für Worte und für Taten,
fürs Zuhören und fürs Raten.
Auch fürs geduldige Warten..
Auf eine bessere Zeit.

Bis wir im Rückblick einsehen,
dass sie die ganze Zeit da war.
Die Zeit zu nehmen,zu lieben, zu geben.
und zu leben.

Du erinnerst mich an Liebe..

Unser Kopf ist ja wirklich ein Wunderwerk. Er kann so viele Dinge erschaffen. Gedanken und Erinnerungen erzeugen. Die Erinnerungen so lebhaft wieder vor Augen rufen, als würden wir sie tatsächlich wieder durchleben. So ist es bei Positivem und Negativem.

Das unser Gehirn ein wahres Wunderwerk ist nehmen wir meist zu selten wahr. Ich selber kenne das, zu oft  verfluche ich meine eigenen Gedanken. Meine Erinnerungen an schmerzhafte Ereignisse in der Vergangenheit. Zu oft denkt man doch an das Negative.

Aber es kann so ein schönes Gefühl sein, wenn man sich die Situationen, in denen man ehrliche Freude, Liebe und Zuneigung erfahren hat, wieder ins Gedächtnis ruft und diesen Momenten erlaubt sich voll und ganz im Kopf und vor dem geistigen Auge auszubreiten.

Für diese Art des Erinnerns sollten wir unsere Vorstellungskraft viel öfter mal gebrauchen. Sich an schöne Gefühle erinnern, an Wärme, an Freude und Freunde. An liebe Gesten, Umarmungen, tiefe Sehnsüchte und Träume. Und diese einfach mal zulassen… 🙂

Hochsensibilität

Ich denke von diesem Begriff haben nicht viele Leute bisher gehört. Zumindest war es meine erste Reaktion darauf. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es auch noch nicht so wissenschaftlich erforscht ist. Ich kannte das Wort / das Phänomen bis vor einigen Monaten auch nicht (Noch anzumerken: Hochsensibilität gilt nicht als Krankheit/-sbild!).
Aber als ich zum ersten Mal durch Zufall darauf und auf die „Symptome“ gestoßen bin, ging mir ein Licht auf! Es lieferte mir zum ersten Mal so viele Erklärungen dafür, warum ich mich seit meiner Kindheit immer anders gefühlt habe. Mich immer gefragt ob andere das gleiche wahrnehmen und fühlen wie ich, wie andere die Welt sehen.. auf jeden Fall anders als ich, dachte ich.. Und ob andere auch so kompliziert und detailliert denken wie ich?! Ich fühlte mich angesprochen und erkannte mich wieder. Da waren nur ein paar Einstiegsfragen und ich war sofort dazu angeregt weiter zu lesen..

  1. Scheint es dir, als würdest Du viele Feinheiten um
    Dich herum wahrnehmen? – JA!
  2. Hast Du ein reiches, komplexes Innenleben? – JA!
  3. Machen dir die Launen der Menschen in deiner Umgebung etwas aus? – Jaa..!
  4. Verursacht ein starkes Hungergefühl heftige Reaktionen bei Dir, beeinträchtigt es Deine Laune und Deine Konzentration? – OHJA!

Ich fand dies auf der Seite hochsensibelsein.de

Natürlich umfasst ein vollständiger Test noch mehr Fragen und eine 100% Sicherheit gibt es da meines Wissens auch nicht, denn nicht immer deuten alle „Symptome“ nur auf Hochsensibilität hin. Dennoch bietet es eine grobe Einschätzung und Wegweiser.

Da das ganze Thema für mich erstmal noch nicht so wissenschaftlich fundiert schien, war ich natürlich wie immer skeptisch. Es gab dazu eine Forschungsreihe von Elaine N. Arons, aus dem Jahr 1997. Die Forschung war also fast so alt wie ich.. Aber fürs erste half es mir weiter, mich besser zu fühlen, mich mit meinen Gedanken und Wahrnehmungen und allem zu verstehen und diese Andersartigkeit auch bis zu einem gewissen Grad zu akzeptieren. Zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Das war irgendwie am wichtigsten. Ich las Bücher, stöberte in Foren und las Blogs und Internetseiten. Dort fanden andere Menschen die Worte dafür, dass zu beschreiben, wozu ich selbst nicht in der Lage war. Ich fand auch Möglichkeiten, wie ich meine Situation aktiv verbessern kann.

Ich teilte mein Wissen mit anderen, sprach darüber wie ich mich gefühlt habe oder was ich in manchen Situationen wahrnahm oder dachte. Ich teilte denen, die mir besonders nah standen, mit wie es mir ergeht, welche Reaktionen zu erwarten sind oder wie sie mich wieder beruhigen können, damit sie sich nicht wundern warum ich manchmal so komisch reagiere. Fand dabei auch Gleichgesinnte mit denen ich mich nun häufiger darüber austausche, wie es uns ergeht.  Da Hochsensibilität vererbbar ist sprach ich auch mit meinen Eltern darüber und wir fanden einige Parallelen.
In vielen Situationen, in denen ich „scheinbar“ überreagiere, weil ich überreizt bin, hilft mir nun mein Wissen, WARUM ich so ticke. Und einige Methoden aus dem Buch „zart besaitet“ holen mich dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Das Buch kann ich übrigens nur jedem empfehlen, denn es stehen viele tolle Dinge drin. Nicht nur für Hochsensible selbst. 🙂

Hoffnung

Mühsam begonnen,

Wolkenverhangen,

etwas gewonnen,

starkes Verlangen.

Nach dir,
bei dir zu sein.
bald wieder daheim.

Ruhe und Zuflucht,
Kraft und Licht,
Träume in der Nacht.
Ich seh in dein Gesicht..

Und fühl mich angekommen.

Denn ich kam,
mit so viel Vertrauen.

Furchtlos..
hoffnungsvoll!

Hab viel davon verloren,
doch auf dich kann ich bauen.