Es gibt welche, die…

Es gibt welche, die das Leben geschickter handhaben.
Sie halten in sich und um sich Ordnung.
Haben für alles ein Mittel und die richtige Antwort.

Sie erraten sofort, wer wen, wer mit wem,
zu welchem Zweck, wohin.

Einzige Wahrheiten stempeln sie ab,
unnötige Fakten werfen sie in den Reißwolf,
und unbekannte Personen
kommen in dafür vorgesehene Ordner.

Sie denken soviel, wie sich lohnt,
keinen Augenblick länger,
denn hinter dem Augenblick lauert der Zweifel.

Und wenn sie von Dasein freigestellt werden,
verlassen sie den Posten
durch die angegebene Tür.

Manchmal beneide ich sie
– das geht zum Glück vorüber.

von Wislawa Szymborska

Klein, aber Oho!

Klein sein hat nichts mit Körpergröße zu tun. Sich klein fühlen ist nach außen nicht immer sichtbar. Meist wird es erst bei genauerem Hinsehen deutlich..

„Im Kleinreden war ich immer schon ganz gut.“ – – –

Doch ich möchte mich nicht länger klein und schutzlos fühlen. Nicht mehr hilflos und ausgeliefert. Nicht mehr machtlos und unwichtig. Nein. Ich möchte mich fühlen. Ich möchte all das Fühlen was zu mir gehört, all das, was einmal ein Teil von mir war und ist.

Ich bin voller Freude und habe keinen Grund dazu, Ängste zu haben und mich davon klein machen zu lassen. Wenn die Ängste da sind, kann ich sie akzeptieren, sie dürfen da sein. Aber sie dürfen mich nicht länger beherrschen, wie sie es allzu lange getan haben.
Sich das bewusst zu machen und einzugestehen ist wirklich kein schönes Gefühl.
Denn das bedeutet Schmerz. Es ist so ein Gefühl des sich innerlich Auflösens, weil es einen zerfrisst. Angst kann sich unterschiedlich ausdrücken. Es kann Neid sein, Wut, Ärger, Enttäuschung, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Deprimiertheit..

Man will es nicht zulassen, man will sich ablenken.
Hauptsache an etwas anderes denken. Aber das wird nicht helfen.
Denn der Schmerz bleibt, er verschwindet nicht, nur weil man ihn nicht beachtet.
Aber er möchte so sehr beachtet werden.. Egal wie er aussieht, vielleicht ist er ein schwarzes, großes Tuch, oder eine Kette, die einengt, uns gefangen hält, oder eine Nadel, die piekst, zusticht. Sei es ein körperlicher oder ein seelischer Schmerz.. Jeder Schmerz hat seine Funktion, seine Aufgabe. Und er verlangt nach Aufmerksamkeit. „Guck mal, hier bin ich, ich möchte gerne beachtet werden..“ – ein quängelndes kleines Kind.

Also beachte ich es. Beachte das kleine nervende Kind in mir, damit es hoffentlich bald Ruhe gibt. Ich nehme es wahr, tröste es, und nehme es in den Arm. Denn ignorieren hilft nicht.  Ich gebe ihm Zuneigung und frage vielleicht nach, was los ist. Vielleicht halte ich es aber auch auch einfach nur liebevoll im Arm. Und dieses Gefühl lasse ich das Kind spüren, das es geliebt ist, und gewollt.
Ich kann dann versuchen zu überlegen, was dem Kind vielleicht noch helfen könnte, damit es sich besser fühlt und sich nicht mehr so ungeliebt vorkommt.Und wenn mir die Idee kommt, was es sein könnte, dann tue ich auch dies.. Alles nur, damit es dem Kind gut geht

Es schadet nicht, sich diesem (meist miesen) Gefühl des inneren Kindes einmal auszusetzen, in es hinein zu spüren um herauszufinden, was es einem eigentlich gerade genau sagen will.

Natürlich kostet das etwas Überwindung, aber der Schmerz bleibt da, er will gefühlt werden. Und wenn er einmal da ist, dann ist es so gewollt, dass es ihn gibt.Er sendet uns ein wichtiges Zeichen, das wir zu lange überhört haben. Dann erfüllt er seine Aufgabe, indem er uns dazu zwingt mal genauer hinzusehen. Und wenn wir das getan haben, dann kann es danach weiter gehen, vielleicht in eine ganz andere, neue, bessere Richtung.

„Was uns nicht umbringt, härtet uns ab.“
Nachher sind wir einfach reifer und um eine Erfahrung reicher. Oder sogar um mehrere. Und vielleicht gelingt es uns ja, nachdem wir den Schmerz akzeptiert haben, und mal in uns hinein gehorcht haben, auch andere versteckte Dinge in uns zu finden.
Um zu sehen, was uns ausmacht. Um daraus positiv hervor zu gehen. Damit wir danach endlich die Schönheit der Dinge wieder erleben können, weniger ängstlich oder neidisch durch die Welt zu laufen. Irgendwie uns Selbst finden. Etwas lebens- und liebenswertes.

Und vielleicht trauen wir uns dann auch mal „Nein“ zu sagen. Ganz bestimmt und ganz deutlich. Aus dem Bauch heraus. Tief einatmen und deutlich sagen „Nein, das will ich nicht“ oder, dass es mir nicht gefällt. Nicht gemein, sondern einfach nur unmissverständlich und mit einem Lächeln auf den Lippen. Denn: Ich achte dann auf mich. Egal was mein Gegenüber eigentlich erwartet. Und egal ob ich eine Befürchtung habe, dass mich mein Gegenüber dann vielleicht nicht mehr mag oder enttäuscht ist.

Alles hat zwei Seiten..

Die letzten Tage war ganz schön was los. Das Wetter war (und ist immernoch) sehr warm, der Sommer zeigt sich wohl nochmal in ganzer Pracht um sich dann zu verabschieden.., herrlich. Ich konnte morgens ganz früh im See schwimmen gehen, nur ein paar Angler standen am Steg, niemand sonst, das war wunderbar. Das Wasser war klar und kühl 🙂

Ich habe viele liebe Menschen getroffen, habe tolle Gespräche geführt, viele Menschen (besser) kennengelernt, war meist den ganzen Tag unterwegs. Habe zwischendurch Yoga gemacht und bin von einer Essenseinladung zur nächsten, einkaufen brauchte ich nicht 😀 Es gab ein neues orientalisches Rezept für meine neue Mitbewohnerin, einen viel zu süßen Soja-Grießbrei von einem Freund, der es gut meinte; 4 Stücke veganen Geburtstagskuchen mit Apfel und Mandeln und einen Abend mit syrischem Essen und hinterher noch Knabbereien.. Es war alles dabei, und es war auch unglaublich lecker! ❤

Und an den letzten Tagen konnte ich ein wenig auftanken und positive Energie sammeln. Ich war zeitweise sehr aufgeregt und aufgewühlt, einfach von so viel Neuem. Ich neige dann immer zu einer spontanen Euphorie, die mein Herz schneller schlagen lässt und meine Stimme auch gleich eine Oktave höher bringt und ich manchmal wirke wie ein Hamster im Laufrad. Aber auch das macht mir Spaß und muss manchmal sein.

Dann aber wiederrum kommen so Gedanken auf, was die nächsten Tage auf mich zukommt und ich stehe vor einer kleinen Herausforderung. Diese beschäftigen mich natürlich unterbewusst und ich scheue mich davor, der Situation gegenüber zu stehen. Aber auch hier merke ich, dass ich mir bewusst werden kann, dass jede Herausforderung auch eine Chance bietet. Eine Chance, herauszufinden, was ich will und was ich kann. Die Chance mutig zu sein und die Wahrheit auszusprechen. Auch wenn die Wahrheit bedeuten wird, dass vielleicht einige Menschen enttäuscht sein könnten. Ich weiß nun – ich muss nicht den Vorstellungen der anderen entsprechen. Es reicht, wenn ich mir selbst treu bin und ehrlich zu mir selbst sein kann. Mir eingestehen, was vielleicht nicht so gut gelaufen ist und auch vor anderen eingestehen, dass ich einen kleinen Fehler gemacht habe und etwas nicht so gut durchdacht habe. Jetzt gerade, heute und in dieser Minute, kann ich den morgigen Tag sowieso nicht verändern oder vorraussehen, was geschehen wird. Dennoch kann ich heute schonmal Kraft und Mut für morgen sammeln. Und mir sagen, dass nichts wirklich Schlimmes passieren kann. Solange ich nur den Mut aufweise, zu sagen, was ich zu sagen habe. Es ist wichtig, sich das von der Seele zu reden, in diesem Falle tut es auch sehr gut, es mir von der Seele zu schreiben… Ich merke wie meine Anspannung langsam nachlässt. Und ich merke erneut mal wieder, wieso ich so gerne schreibe.. Es hilft! 🙂

Ich merke auch, dass alles irgendwie zwei Seiten hat. Die scheinbaren Probleme und Herausforderungen haben auch Lösungen, alles Negative verbirgt auch das Positive. Denn man geht stärker daraus hervor, hat etwas gelernt, über sich selber und über das Leben. Auch wenn man zuerst nur die negativen Dinge sieht, so offenbaren sie einem irgendwann auch den Sinn, den sie verfolgt haben. Und so hatte alles bisher einen Sinn. Den habe ich nur meist später erst erkannt. Wenn ich aber nun schon daran glaube, dass auch die morgige Herausforderung ihren Sinn hat, eine positive Erkenntnis, dann ist es nur noch halb so schlimm! 🙂

Akzeptanz

Manchmal ärgert man sich, weil seine Mitmenschen ganz anders sind, anders handeln als man selbst und einen nicht so wirklich ernst nehmen oder akzeptieren. Woran liegt das?

Es liegt nicht immer daran, dass der andere „doof“ ist, wie wir gerne schnell mal sagen.. Unsensibel, verständnislos oder nicht fähig.. Es liegt daran, dass er/sie ein anderer Mensch ist.

Ein anderer Mensch hat andere Aufgaben, andere Ansichten in und von der Welt als ich.

Jeder lebt in seiner eigenen Welt, hat andere Blickwinkel und Meinungen, weiß mehr oder weniger, hat andere Talente und Fahigkeiten. Um das anzunehmen, braucht es Toleranz.
Die anderen müssen mich nicht immer verstehen, wichtiger ist doch, dass ich mich selbst verstehe und mich so wie ich bin auch wertschätze. Dazu braucht es Akzeptanz.
– Für mich Selbst und für die Andersartigkeit meiner Mitmenschen.
Und es braucht Selbst-Bewusstsein, damit ich mir Selbst bewusst werden kann: „Ok, hier drifte ich grad schon wieder ab in dieses Unverständnis und vielleicht in eine Wut oder Genervtheit über die andere Person“ – muss das denn grad sein? (ich bekomme dadurch doch selber schlechte Laune)

Vielleicht verstehe ich durch dieses Bewusstsein auch den Grund für meinen Groll und meine negativen Launen. Es ist nicht immer die andere Person an sich, die das Gefühl in der Wurzel dann in mir auslöst, sondern meist ist sie nur der „spontane Auslöser“ und der wirkliche Grund, die Wurzel liegt tiefer. Und manchmal sind wir dann zu unrecht sauer auf andere Personen, die gar nichts dafür können.. Aber wenigstens haben wir dann eine/n Schuldige/n gefunden (und fühlen uns damit vielleicht besser, weil wir denken „Immerhin bin Ich nicht selbst daran Schuld, sondern der andere..)

Wenn ich so überlege, mache ich das ziemlich häufig und wundere mich dann, wieso ich schon wieder die Schuld für meine Schlechte Laune den anderen in die Schuhe schieben will.. 

Ich übe mich in Bewusstsein und Akzeptanz anderer.. Auch in Akzeptanz von mir selbst. 😉 Und ich versuche zu verstehen, dass der andere auch einfach nur so ist, weil er menschlich ist. Weil wir alle individuell sind. Auch wenn das nicht immer leicht ist, lohnt es sich zu üben, um gelassener zu werden.

Unter anderen..

Oft habe oder hatte ich besonders wenn ich mit anderen zusammen war das Gefühl nicht rein zu passen oder anders zu sein. (Ja vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Anderen eben auch anders sind..) Dennoch überkamen mich sehr oft diese Gedanken ich sei besonders „anders“. Irgendwie unpassend. Irgendwas gab es doch immer was sie an mir störte. Manchmal sagten sie es mir, oder teilten es mir deutlich unterschwellig mit.

Ich habe mir auch oft eingeredet, dass die Eigenschaften, die jemand schonmal vorher an mir nicht gut fand, nun neue Leute stören könnten.. Obwohl es nichtmal unbedingt so war. Aber zu fragen traute ich mich auch nicht.
Ich habe es manchmal versucht bei irgendwelchen Gruppen Anklang zu finden, aber das ging meist nach hinten los. Denn in Gruppen fühlte ich mich einfach nur saaaau unwohl. Lieber waren mir einzelne Menschen, aber auch da stieß ich immer an meine Grenzen.

Und redete mir bei der nächsten Gelegenheit ein, dass sie mir sicher absagten, weil sie nichts mehr mit mir zu tun haben wollten. Oder aber ich hatte Angst von ihnen verletzt zu werden oder verraten. Also zog ich mich dann zuerst zurück. Ich wollte keine Ablehnung erfahren, Kritik auch so gut es ging vermeiden. Eine Zeit lang floh ich einfach von jeder noch so „nahen“ Beziehung, aus Angst etwas zeigen zu müssen, was bisher als negativ gesehen wurde. Von anderen… Nicht von mir selbst. Ich mag meine Gefühlswelt. Ich freue mich über jede Situation, in der ich diese Gefühle zeigen kann, offen und unverhüllt. Einfach weil sie raus müssen und ich damit auch kein Problem habe. Eben nur meist meine Mitmenschen. Man könnte vielleicht einharken, dass ich mir einfach immer nur die falschen Personen gesucht habe, mit denen ich zu tun hatte. Ja, das mag sein. Es waren eben diese Menschen, die gemerkt haben, „Hey, die passt sich auch an!“ – Ja, ich habe mich oft für andere versucht zu verändern oder anfangs verstellt. Das war nicht gut, wahrlich nicht. Das ging auch nur für eine begrenzte Zeit, lang hielt ich das nicht aus..
Lang hielt ich es nicht aus immer nur bei anderen zuzuhören, aber von mir selbst nicht viel Preis zu geben. Denn das war sehr auslaugend. Und wer hört mir auch mal zu, wenn ich ein Anliegen habe? Ich hatte zu wenig Vertrauen.. In andere, und in mich selbst. Am liebsten machte ich Dinge eben einfach mit mir alleine aus, denn ich weiß ja wie ich ticke, ich kenn mich. Und ich kann mich, manchmal, akzeptieren. Nicht immer, und oft denke und dachte ich auch, dass ich mein Leben verfehlt habe und es irgendwie… nicht mag. Hassen klingt immer so hart, aber es wahr wohl eher eine Hass-Liebe. Ein Schwanken zwischen oben und unten. Und nie die Mitte finden.. Nie die passenden Leute finden.. So dachte ich immer. Na dann muss ich halt allein klar kommen, war mein Entschluss. Aber so ganz das gelbe vom Ei kann das auch nicht sein, immerhin sind wir soziale Wesen..!

Oft fragte ich mich: Wie erkenne ich das ich unter den richtigen Leuten bin?

Erkenne ich es daran, dass wir gemeinsame Interessen haben? Naja, gemeinsame Interessen in einer speziellen Hinsicht ist schonmal sehr viel wert und hilft gemeinsame Gesprächsthemen zu finden. Aber eben meist nur auf 1 oder 2 Bereichen. Tierschutz, Vegan ernähren, die selbe Musik hören, gleiche Hobbies / Sportarten betreiben.

Das sind auf jeden Fall schonmal gute Anhaltspunkte. Jedoch heißt das noch lange nicht, dass man dann auch zusammen schöne Momente erlebt. Sich vertraut. Ja, einfach etwas anvertrauen will. Lange Zeit hatte das bei mir einen sehr hohen Stellenwert. Aber auch das hat sich geändert, als ich gemerkt habe, wie gut es tun kann, relativ fremden Personen einfach persönliche, emotionale Dinge über mich zu offenbaren, und zwar direkt am Anfang des Kennenlernens. So kannte sie schonmal einen großen, wichtigen Teil von mir, und wurden nicht später davon überrascht. Und ich musste nichts mehr verstecken oder überlegen, wann ich jetzt noch mehr preisgeben kann /darf..
Das tut gut, darüber nicht nachdenken zu müssen. Ich lege Gedanken oder Emotionen offen, die eventuell den einen oder anderen abschrecken können. Das ist vielleicht auch ganz gut so. So trennt sich vielleicht „die Spreu vom Weizen“ und nur die Menschen hören oder lesen was ich zu sagen habe, die es wirklich wollen. Ich will das ja niemandem aufzwingen. Auf diese Weise ist auch niemand auf einmal „verwundert“, was denn noch so für Seiten in mir stecken.. Und ich muss auch kein schlechtes Gewissen haben, jemandem mit meinem Innenleben zu belasten. Indem ich zuerst meine manchmal als negativ gesehenen Seiten offenbare und zeige, kann ich doch umso mehr mit positiven Dingen überraschen.. Die gibt es nämlich auch zu genüge! Und es heißt ja auch bei weitem nicht, dass jeder Tag gleich ist. Und alle Gedanken in ein und die selbe Richtung verlaufen.

Nein, aber ich sollte nicht zuerst nur das vermeintlich positive und „tolle“ zeigen, um anderen Menschen zu gefallen und um akzeptiert zu werden. Ich will mich nicht (mehr) verstellen (müssen), denn so kann ich ja selbst nie akzeptieren wie ich bin. Und daran arbeite ich nach wie vor und bin über jeden Fortschritt dankbar 🙂
Es ist klar, dass ich nicht von heute auf morgen abstellen kann, was andere Leute von mir halten und ob sie mich vielleicht ablehnen, aber ich kann besser damit umgehen lernen.. Und ich mache mir keine Vorwürfe mehr, dass ich doch besser aufhören sollte mir Sorgen darüber zu machen, was andere nun von mir denken, denn so einfach wie es gesagt ist, ist es leider nicht getan. Jemand der das nicht kennt hat vielleicht leicht reden, aber ich weiß auch, das es vielen so geht oder ergangen ist. Und weniger werden es so offen aussprechen, was ja auch O.K. ist. Das muss jeder selbst wissen. Mir jedenfalls tut es gut, alles aufzuschreiben oder offen auszuzsprechen. Das KInd beim Namen zu nennen.. Und dann schreit es auch nur noch halb so laut.. 😉

First of all, there has to be pain..

Damit man etwas Grundlegendes im Leben verändert muss es scheinbar erstmal richtig, richtig scheiße laufen. Es muss genug wehtun, man muss einen Schmerz empfinden, der so stark ist, damit man aufwacht und merkt, dass die bisherigen Lebensweisen nicht gerade gut waren. Das kann eine Krankheit sein, wegen der man erstmal ne Zeit lang ausfällt oder es kann eine Trennung sein. Ein Zusammenbruch, das Scheitern eines Plans. Der Streit mit einem lieben Menschen oder andere einschneidende Erlebnisse.

Und wenn man dann erstmal an diesem doofen Punkt ist, das es richtig weh tut, ja dann.. Dann ärgert man sich meist erstmal noch, wieso es so weit kommen konnte, oder man ärgert sich über andere Menschen und äußere Umstände. Anstatt dass man sich in einer Situation, in der man große Schmerzen empfindet, gut zuredet, macht man sich lieber runter.
Ich kenne das gut genug. Wieso schaffe ich es nicht mir Mut zu machen? Wieso versuche ich erstmal zu erfassen, was alles dazu geführt hat.. Suche in der Vergangenheit, anstatt nach Lösungen zu suchen, die mir vielleicht in meiner Situation helfen könnten. Wieso fällt es mir so verdammt schwer liebevoll zu mir zu sein?
Ja, weil ich es nie gelernt habe. Nicht beigebracht bekommen habe. Denn dazu gab es kein Schulfach und auch meine Eltern haben mir diese Lektion leider nicht mit auf den Weg gegeben. Vermutlich, weil sie es selbst nicht beigebracht bekommen haben von ihren Eltern. Und die nicht von ihren.. usw. Aber ich möchte gerne, dass das bei mir aufhört!
Ich bin bereit einen schwierigen Weg zu gehen. Einen Weg auf dem ich sicherlich nicht immer Begleiter finden werde, aber auch alleine gehe ich ihn. Weil ich dadurch stärker werde und weil ich bisher viel alleine geschafft habe. Anders war ich ja eh immer schon.

Wo ist mein Selbstwert hin und wieso tue ich mich so schwer damit ihn zu finden?
„Was würde eine Person tun, die sich selbst wertschätzt?“ – Diese Frage werde ich mir ab jetzt bei jeder meiner Entscheidungen die zu treffen sind stellen. „Was würde eine Person, die sich selbst wertschätzt, heute Abend gerne tun? Für Recht lernen oder spazieren gehen?“ – Definitiv letzteres. „Was gibt es heute bei mir zu essen?“ – Das worauf ich Hunger habe: Grießbrei mit Banane ❤
Es mag kleinlich klingen, aber ich finde ich muss auch klein anfangen. Denn ich starte so ungefähr bei 10 % und habe noch eine lange Reise vor mir bis zu erstmals…  50 %, denn ich will mir die Messlatte nicht zu hoch hängen. Auch das hat etwas mit Selbstliebe zu tun.

Es passieren zurzeit total tolle Dinge, die mir nebenbei noch dabei helfen, mein Selbstbewusstsein zu stärken und mich gut fühlen lassen. Aus dem Grund denke ich, dass genau jetzt auch der richtige Zeitpunkt ist, damit anzufangen mehr und mehr auf mich selbst und meine Bedürfnisse zu achten. Mir selbst zuzuhören und mich selbst wert zu schätzen. Damit ich meine Leistungen nicht mehr an oberste Stelle stelle. Sondern einfach mich. Einfach ICH. Ohne etwas dafür leisten zu müssen, ohne vor jeder Prüfung bangen zu müssen, wie das Ergebnis wird,.. weil ich mich ohne gutes Ergebnis wertlos fühlen würde.. weil ich ohne Leistung das Gefühl habe, zu wenig Beitrag zu leisten..

Damit ich akzeptieren kann, dass ich gut bin wie ich bin. Und dass ich nichts an mir ändern muss. (vorallem möchte ich meinen Selbstwert nicht mehr davon abhängig machen, was ich im Spiegel sehe). Ich gestatte mir mehr und mehr meine Gefühle anzunehmen und zuzulassen, was unglaublich gut tut. Ich hoffe, dass ich noch viel mehr annehmen kann. Vorallem aber, dass ich die Liebe anderer annehmen kann und weiß, dass ich sie verdient habe, ohne etwas dafür machen zu müssen. Damit ich wieder mehr Vertrauen schenken kann, und ebenso darauf bauen kann, dass auch mir Vertrauen geschenkt wird.

Weil ich bin..

.. wie ich bin,
bin ich anders.
Weiß, ich bin
Besonders.
Unpassend?
Angepasst?

Hetze, Trubel und Geschrei,
und dieser ganze Einheitsbrei.
Das bin nicht ich, da bin ich nicht dabei!

Ich passe da nicht rein,
vielleicht soll das so sein.

Und das Gefühl, die Welt dort draußen,
dreht sich so schnell weiter, ohne Pausen.

Doch ich brauch Zeit,
ganz für mich sein,
von Ängsten befreit.
Einfach mal allein.

Fühl mich oft reingespresst in eine Welt,
in Normen, all das was mir nicht gefällt.
Viel zu laut, zu sehr gefüllt.
Viel zu wenig wird gefühlt.

Hab lang gebraucht das zu verstehen,
einzusehen und anzunehmen.
Nun was soll’s.
So bin ich eben.
So ist das Leben.

Vollkommenheit

Vollkommen

eins mit mir.

Mich akzeptieren,
und die Akzeptanz
anderer wahrnehmen.

Ist schwer.
Wer nimmt mich,
wie ich bin,

Ohne dass ich etwas leiste?
Ohne dass ich was erreiche,
oder irgendwas beweise?
Denk zurück an Zeiten,
wo das nicht so war.
Und dennoch sind Gefühle
der Wut nicht immer da.

Trauer und Enttäuschung,
sich selbst nicht wirklich trau’n.
Wenn ich es selbst nicht tue,
wer soll mir sonst vertrau’n?

Ich mache und ich tue,
ich lerne und ich lauf,

und all die falschen Dinge,
ich nehm sie doch in Kauf.

Um mich zu täuschen,
in dem was ich gar nicht bin.
Angeblich auf der Suche,
nach dieses Lebens Sinn.

Doch der ist längst geschrieben,
für mich noch unsichtbar,
solang ich in Illusionen leb
in einer Welt, so gar nicht wahr.

Wenn ich’s erkenne,
kann ich entkommen.
Dann fühl ich mich frei,
nicht mehr benommen.

Und sinds auch nur Sekunden,
in denen ich so fühl;

so schätz ich sie am meisten,
was für ein Hochgefühl.