Angst vor der Zukunft..

Oder ist es die Angst aus der Vergangenheit?

Die ich auf die Zukunft projiziere, weil ich mich in der Vergangenheit schon einmal so gefühlt habe, wie ich erwarte, wie es sich in der Zukunft wieder anfühlen könnte?

Heißt es denn, nur weil es einmal schlimm oder schmerzlich gewesen ist, dass es das wieder sein muss?! Was kann Ich jetzt gerade daran ändern, dass es das nicht mehr wird?

Hmmm.. Zuviele „unsichere“ , „eventuell mögliche“ Dinge. Ich weiß doch noch gar nicht wie es kommen wird, wie ich mich fühlen werde, oder?

Ich male es mir nur aus, und die Art, wie ich es mir ausmale ist negativ.

Also drehen wir das ganze mal um und… Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn alles positiv klappen würde. Wenn ich meinen Vortrag innerhalb der Zeit fertig bekomme, wenn ich meine Ängste überwinde und alle Unterlagen zusammen bekomme, die ich brauche..

Einfach mal aufhören, das Schlimmste zu erwarten, kurz durchatmen.. und Positiv Denken, über Dinge, die noch nicht einmal passiert sind..

nächtliche Konsequenzen

Nach kurzer Nacht,

tränenüberströmt erwacht.

Mal wieder zuviel nachgedacht?!
der Traum von dir hat mich drauf gebracht.

– Lange schon her,
und doch präsent,
die Augen, dein Lachen;
deine Existenz.

Du fehlst mir,
Du fehlst uns,
ein Abschied für immer,
kein Abschied für uns.

So plötzlich dein Verlassen,
Erinnerungen verblassen..

All die Sorgen und die Ängste,
du kannst sie nicht mehr sehen,

auch ich werd sie erst spät verstehen.

Ich schau nicht weg  und tauche ein,
in das Vergangene,

um im Jetzt
wieder glücklich zu sein.

 

Com passion..

Mit_Gefühl.

Die Angst:
Stand dort, ganz kalt,
Händezittern, Herzklopfen, Atemstocken.
– Was hast du vor?

Lungen eng, erdrückt..
hast mich fast erstickt.

Ich jung, du alt.
ich klein, du auch;

doch zeigen wolltest du es nicht.

Die Kraft, ein Zeichen deiner Macht.
Die Angst – spiegelt meine Ohnmacht.

Geh weg! – Will fort..
bloß an einen andern Ort.
Meine heile Welt zerfällt.
Du hast sie auf den Kopf gestellt.

Schreien hallt vergeblich,
kommt nirgendwo mehr an.
Töne stecken kläglich im Hals fest,
wo sich deine Hand befand.

So hilflos ich mich fühl,
wird alles mir zuviel.
Hab mich nicht mehr im Griff
– Mach weiter irgendwie..

Vergangenes

Aber dennoch kommt mir der Liedtext immer noch so aktuell vor.

Doch eines weiß ich jetzt, Gefühle unterdrücken sollte ich nicht mehr. Das tut mir nicht gut, oh nein, das tut weh. Das kommt hoch. Gefühle lassen sich nicht einfach so wegdrücken.

Damals, also als 14/15 jährige, habe ich dieses Lied rauf und runter gehört.. Manchmal mit Tränen in den Augen. Habe mich gefühlt als wäre ich in der Opfer- und Verliererrolle.

 

Hochsensibilität

Ich denke von diesem Begriff haben nicht viele Leute bisher gehört. Zumindest war es meine erste Reaktion darauf. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es auch noch nicht so wissenschaftlich erforscht ist. Ich kannte das Wort / das Phänomen bis vor einigen Monaten auch nicht (Noch anzumerken: Hochsensibilität gilt nicht als Krankheit/-sbild!).
Aber als ich zum ersten Mal durch Zufall darauf und auf die „Symptome“ gestoßen bin, ging mir ein Licht auf! Es lieferte mir zum ersten Mal so viele Erklärungen dafür, warum ich mich seit meiner Kindheit immer anders gefühlt habe. Mich immer gefragt ob andere das gleiche wahrnehmen und fühlen wie ich, wie andere die Welt sehen.. auf jeden Fall anders als ich, dachte ich.. Und ob andere auch so kompliziert und detailliert denken wie ich?! Ich fühlte mich angesprochen und erkannte mich wieder. Da waren nur ein paar Einstiegsfragen und ich war sofort dazu angeregt weiter zu lesen..

  1. Scheint es dir, als würdest Du viele Feinheiten um
    Dich herum wahrnehmen? – JA!
  2. Hast Du ein reiches, komplexes Innenleben? – JA!
  3. Machen dir die Launen der Menschen in deiner Umgebung etwas aus? – Jaa..!
  4. Verursacht ein starkes Hungergefühl heftige Reaktionen bei Dir, beeinträchtigt es Deine Laune und Deine Konzentration? – OHJA!

Ich fand dies auf der Seite hochsensibelsein.de

Natürlich umfasst ein vollständiger Test noch mehr Fragen und eine 100% Sicherheit gibt es da meines Wissens auch nicht, denn nicht immer deuten alle „Symptome“ nur auf Hochsensibilität hin. Dennoch bietet es eine grobe Einschätzung und Wegweiser.

Da das ganze Thema für mich erstmal noch nicht so wissenschaftlich fundiert schien, war ich natürlich wie immer skeptisch. Es gab dazu eine Forschungsreihe von Elaine N. Arons, aus dem Jahr 1997. Die Forschung war also fast so alt wie ich.. Aber fürs erste half es mir weiter, mich besser zu fühlen, mich mit meinen Gedanken und Wahrnehmungen und allem zu verstehen und diese Andersartigkeit auch bis zu einem gewissen Grad zu akzeptieren. Zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Das war irgendwie am wichtigsten. Ich las Bücher, stöberte in Foren und las Blogs und Internetseiten. Dort fanden andere Menschen die Worte dafür, dass zu beschreiben, wozu ich selbst nicht in der Lage war. Ich fand auch Möglichkeiten, wie ich meine Situation aktiv verbessern kann.

Ich teilte mein Wissen mit anderen, sprach darüber wie ich mich gefühlt habe oder was ich in manchen Situationen wahrnahm oder dachte. Ich teilte denen, die mir besonders nah standen, mit wie es mir ergeht, welche Reaktionen zu erwarten sind oder wie sie mich wieder beruhigen können, damit sie sich nicht wundern warum ich manchmal so komisch reagiere. Fand dabei auch Gleichgesinnte mit denen ich mich nun häufiger darüber austausche, wie es uns ergeht.  Da Hochsensibilität vererbbar ist sprach ich auch mit meinen Eltern darüber und wir fanden einige Parallelen.
In vielen Situationen, in denen ich „scheinbar“ überreagiere, weil ich überreizt bin, hilft mir nun mein Wissen, WARUM ich so ticke. Und einige Methoden aus dem Buch „zart besaitet“ holen mich dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Das Buch kann ich übrigens nur jedem empfehlen, denn es stehen viele tolle Dinge drin. Nicht nur für Hochsensible selbst. 🙂

„Lass es zu!

Lass es zu!“ sagt die Stimme. „Komm, lass es einfach zu..“ wiederholte sie, noch etwas zaghaft.

Diese Stimme kam ausnahmsweise mal nicht aus meinen Gedanken, nicht direkt aus dem Kopf. Sondern ich war es, die das sagte. In vollem Bewusstsein und lauter als meine Gedanken. Um mich über sie hinweg zu setzen. Die zaghafte Stimme wurde deutlicher. Entschlossener. Ich will es zulassen. Zulassen loszulassen. Freilassen. Vorallem die Gedanken! Die so oft von mir verfluchten Gedanken, die mir eine Wirklichkeit vorgaukeln wollten, die nicht real war. Diese Gedanken wollte ich endlich los lassen können. Abschneiden und weg fliegen lassen, wie einen Luftballon. Auf und davon.
Nur mit dem Unterschied, dass ich niemandem wünsche würde, den Luftballon zu finden.

Solche Gedanken wünsche ich nichtmal meinem schlimmsten Feind, falls es so jemanden oder etwas überhaupt jemals gegeben hat. Und wenn… Naja, Meist war ich doch der Feind. Oder ich dachte ich sei es, weil ich nicht anders definieren konnte, was Ich bin. Außer meiner immer fortwährenden, teils negativen Gedanken. Wie auf dem Rummel.

Zu laut, zu wild, zu chaotisch. Teils Gefährlich, teils gruselig. Bergab und steil bergauf, mitten ins Ziel oder haarscharf dran vorbei. diffus, verwirrend, frustrierend, alarmierend.
Ja, so würd ich’s beschreiben. Immer in Alarmbereitschaft. Achtung, Kontrolle! Erzähle mir von den Risiken und ich stelle sie mir bildlich vor. Habe sie erlebt. Alles nur im Kopf.

Schreckensnachrichten liefen durch wie der NEWS-Ticker bei N24. 24/7. Niemals müde.
Nicht zu stoppen! Wann ist denn endlich mal der Akku leer? Krieg kein Auge mehr zu. Keine ruhige Minute. An Schlaf ist nicht zu denken. Auch im Traum ständig in Alarm.
Springe im Dreieck, winde mich und schreie. Hör endlich auf. Muss hier raus. Wach aus dem Albtraum auf. Dann gehts wieder von vorne los. Viel zu tun, kann nicht ruh’n. Keine Zeit. Ich schaff es nicht mal nichts zu tun. So vieles treibt mich an. Vorallem ist’s die Sorge. Sorge davor, dass ich nicht alles schaffen kann..