Australien 3. Woche

Nun ist schon Woche drei angebrochen, und ich habe die letzte Woche (als ich noch auf der Farm war) noch einiges mehr aufgeschrieben.

 

Mittwoch, 10. Oktober

So langsam habe ich einen Eindruck von der Arbeit, die hier auf der Farm zu machen ist. Wir haben bisher zwei Tage (Montag und Dienstag vormittag) damit verbracht, Laub und Stöcker auf der Wiese hinter dem Haus auf zu harken und zu sammeln, um den Auslauf für die beiden weiblichen Alpaka frei zu machen. Dann haben wir das Hochbeet entkrautet, in dem bald Kartoffeln und verschiedene Gemüse angepflanzt werden sollen. Dann noch Haushaltsaufgaben, wie Wäsche waschen, aufhängen und den Boden fegen und wischen. Anschließend haben wir zusammen Abendessen gekocht. Hier gibt es relativ reichlich zu essen und auch immer sehr deftig, also hungern werde ich definitiv nicht! Aber bei der körperlichen Arbeit ist es auch nicht schlecht, gut zu essen. Für die nächsten Tage ist Regen angesagt, und ich bin mal gespannt, was es dann zu tun gibt. Bei Regen draußen arbeiten tun die beiden jedenfalls nicht.. 😀

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Sogar die Hühner suchen Schutz vor dem Regen 😉

Die Frau hatte heute einen Arzttermin in der Stadt und hat mich dann gleich mitgenommen. Am Nachmittag waren wir dann noch bei einem Koala Care Center, wo ich ziemlich viel über Koalas und deren Lebensweise gehört habe, und einige Koalas in ihren Gehegen gesehen habe (es ist hier allerdings nicht gestattet die auf den Arm zu nehmen oder zu streicheln, aber das war auch gar nicht schlimm). Die Koalas leiden nämlich entweder unter einer Krankheit oder wurden von einem Hund oder Auto verletzt und dann völlig verwirrt oder verletzt aufgefunden. Von 6 Monaten bis 6 Jahre alt ist hier alles vertreten. Ziemlich niedliche Tierchen, und sie schlafen 18-20 Stunden am Tag.. Allerdings müssen sie das, denn die Eukalyptusblätter, die sie ausschließlich fressen, sind auch für sie leicht giftig. Außerdem sind Koalas sehr wählerisch. Sie fressen nur die Eukalyptusarten, die in ihrem direkten natürlichen Habitat wachsen. Das sind in diesem Fall (North NSW) nur 3 Stück von 500 Sorten. 😀

Auch auf dem Grundstück von der Farmerfamilie habe ich schon wilde Koalas oben auf den Baumwipfeln sitzen sehen. Sie sitzen dann dort meist für einige Tage, mindestens einen Tag, manchmal bis zu 3 Tage. Außerdem weiß ich nun, dass wenn Koalas weiter unten am Stamm des Baumes sitzen, oder sogar nur in der Höhe von 2-3 Metern, etwas mit ihnen nicht stimmt (d.h. sie sind krank o.ä.).

Freitag, 12. Oktober

Seit dem es regnet ist echt nicht mehr so viel zu tun, und wenn mir die Aufgaben ausgehen, wird es sehr langweilig. Wenn ich Langeweile bekomme, sehne ich mich nach Zuhause zurück. Das macht mich eher traurig, und ich merke, wie unmotiviert und negativ ich denke. Natürlich kann ich lesen, einen Film schauen oder mich einfach ausruhen und chillen, aber dafür bin ich ja nicht hier. Zudem fällt es mir schwer, ohne etwas getan zu haben, sich einfach auszuruhen. Dies erscheint mir nicht erstrebenswert. Ich sehne mich auch nach körperlicher Nähe. Tja, das musste wohl früher oder später kommen. 😀
Obwohl die Familie sehr nett ist und auch ziemlich rücksichtsvoll, möchte ich nicht länger bleiben. Ich habe beschlossen am Sonntag nach Brisbane zu fahren und habe auch dort schon einen Couchsurfing Aufenthalt organisiert. Die beiden Farmer fahren sowieso nach Brisbane, um sich dort ein Musical anzuschauen und dann können sie mich gleich mitnehmen. Das ist also ganz passend 🙂

Sonntag, 14. Oktober

Gestern (Samstag) haben wir dann noch spontan einen Ausflug zu den Wasserfällen im nahegelegenen Regenwald / Nationalpark gemacht. Zu den Protestors Falls. Es hat zwar immer noch geregnet wie aus Eimern, aber ich hatte Regenjacke – und Hose dabei und es war eigentlich ganz angenehm durch den nassen Wald zu laufen, zumal es warm genug war. Durch den Regen hatte natürlich auch die Größe des Wasserfalls zugenommen und ich war echt sehr positiv überrascht. It was massive! 😀

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Ich bin in Brisbane angekommen! Das Haus von dem Couchsurfer ist echt schick und es gibt eine riesige Veranda (siehe Foto oben) und einen Garten, mit kleinem Teich und Blumen. John ist, ich würde mal schätzen, Mitte 50 und kommt gebürtig aus Schottland, hat also einen starken schottischen Akzent. Er schien ein bisschen verwirrt zu sein, und da ich gleich morgens (um halb 10 wohlgemerkt) ankam, war er laut seiner eigenen Aussage noch viel zu müde. Trotzdem zeigte er mir das Haus und mein Zimmer, wo ich gleich die beiden schweren Rucksäcke abstellen konnte.
Außer mir war noch ein Pärchen aus Frankreich da, die dabei waren in der Küche Crepes zu machen. Dann haben sie gleich für 4 Leute gedeckt, und ich konnte mitessen. Schönes Ankommen 🙂 Es war außerdem mega lecker und ein toller Einstieg in den neuen Aufenthalt.

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Ich habe es mir gleich auf der Veranda bequem gemacht, und diesen Platz auch für meine Yoga Übungen auserkoren. Es ist total viel Platz und man ist draußen, was definitiv Vorteile hat, aber gleichzeitig durch das Überdach ziemlich gut vom Regen geschützt. (Ja, es regnet immer noch, seit 5 Tagen durchgehend 😦 )

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Man hört so viele Vögel, das Wasser im Teich plätschert eben so gleichmäßig wie der Regen vor sich hin. Ich liebe es und genieße es auf der Veranda zu sitzen und mein Reisetagebuch zu schreiben. Ich war dann auch gleich einiges einkaufen, um für heute Abend und die kommenden 2 ½ Tage (bleibe hier bis Mittwoch) genügend im Haus zu haben, um ein leckeres Dinner für 4 Personen und dann noch Mittag- und Abendessen für 2 Leute zu kochen. Als Gegenzug für die kostenlose Unterkunft habe ich angeboten, zu kochen und vielleicht sogar das eine oder andere im Garten zu machen, denn der Host hat ein Rückenproblem und kann deswegen nicht ganz so viel machen zur Zeit.

Der Sonntagabend war dann noch echt lustig, wir haben eine Falsche Rotwein aufgemacht und Musik angemacht. Mal was Französisches, dann deutschen Schlager, dann Johny Cash oder Salsa Musik. Dazu haben wir Pizza gegessen und saßen zu viert zusammen und haben über Gott und die Welt, Jobs und Australien gequatscht. 😀

Der Kontrast du der Woche davor war enorm! Ich hatte endlich mal wieder Spaß 🙂

 

Work & Travel Australien I

Montag, 8. Oktober 2018

 

Ich nutze die freie Zeit um mal ein paar erste Erlebnisse niederzuschreiben.

Gerade sitze ich am Küchentisch bei meiner Gastfamilie (David & Rachel Smith mit Hund Jazzy) im Dorf namens „The Channon“, das liegt in der Nähe von Nimbin und Lismore, ganz im Norden von New South Wales. Brisbane liegt etwa zwei Stunden mit dem Auto entfernt.

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Die Aussicht von hier ist ein Traum. Ich schaue aus dem Fenster raus, auf eine Vielzahl von Bäumen, die in schönen Grüntönen leuchten. Dahinter befindet sich in der Ferne ein ebenso grüner Hügel, mit verschiedenen Bäumen und Büschen. Generell ist die Region hier sehr hügelig und voll von Bäumen, riesigen Bäumen teilweise 😀 Auch ist der Nationalpark mit Regenwald und Wasserfällen nicht weit. Am Himmel sehen die Wolken danach aus, als würde sich Regen anbahnen. Ein leises Donnergrollen ist in der Ferne zu hören. Es ist schwülwarm, um die 26 Grad. Aber das ist noch gut auszuhalten, vor allem gerade hier im Haus. Die seitliche Wohnzimmertür, die zur Terrasse führt, ist weit geöffnet und eine frische Brise weht durch den Wohnbereich. Regelmäßige Regenschauer sollen zu dieser Jahreszeit, im Frühling, normal sein. Der Winter ist in dieser Region eher trocken, dafür wird der Sommer umso nasser, allerdings auch heiß.

Es ist nun genau auf den Tag zwei Wochen her, seit ich Deutschland verlassen habe. Am Montag, den 24.09.2018 bin ich in Berlin mit dem Flieger gestartet. Seitdem habe ich eine aufregende 26 Stunden Anreise (mit Zwischenstopp in Singapur) erlebt, und bin heile, wenn auch sehr müde und erschöpft in Sydney angekommen. Die Freude über die Ankunft machte die Müdigkeit allerdings deutlich weniger schlimm. Ich bin so froh, und stolz auf mich selbst, dass ich es gewagt habe, auf diese Reise zu gehen. All die Aufregung und die Sorgen, die ich mir vorher gemacht hatte, schienen auf einmal wie weggeblasen, denn ich war heile angekommen 🙂 Es waren pure Freude und Glück in mir. Glück darüber, dass ich nun ein Abenteuer vor mir habe, was ich so in dieser Art in Deutschland niemals erleben würde. Glück darüber, dass ich neue Menschen treffen werde, vieles lernen und mich wahrscheinlich persönlich weiterentwickeln werde.

 

In Sydney am Flughafen angekommen wurde ich zuallererst von einem alten VW Bus mit der deutschen Aufschrift ‚Volkswurst‘ Willkommen geheißen, was mich dann doch sehr zum Lachen brachte. 😀 Vom Flughafen nahm ich den Zug zur Haltestelle Circular Quay, dem Hafen von Sydney.

Ich kann mich noch genau an das Hochgefühl erinnern, dass ich verspürt habe, als ich dort am Hafen ankam. Es war schon komplett dunkel und nur wenige Restaurants hatten noch geöffnet. Umso schöner war der Vollmond, der einen Teil der Gebäude erleuchtete und sich auf dem Wasser spiegelte. Ein schöner Anblick, den ich auf keiner Kamera festhalten konnte. Es waren kaum Menschen unterwegs und ich genoss die frische Brise in der Nähe der Werft. Obwohl ich müde war, konnte ich nicht daran denken, die Augen zu schließen, denn endlich war ich angekommen. Ich sah das Opera House zu meiner Rechten und es kam mir noch sehr unwirklich vor. Ich konnte nicht glauben, dass ich gerade am anderen Ende der Welt angekommen war. In Sydney, einer der wahrscheinlich bekanntesten Städte in ganz Australien. So weit weg war ich noch nie. Wie aufregend!

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Die Fährüberfahrt vom Hafen nach Manly dauerte knappe 20 Minuten, und ich hielt seit meiner Ankunft am Flughafen Kontakt mit David (Macquaire, nicht David Smith), der mich in Manly von der Fähre abholen würde. Ich hatte nur Bilder von ihm gesehen, und wusste nicht, ob wir uns gleich erkennen werden. Deswegen machten wir einen Treffpunkt aus: Max Brenner Coffee & Tea. Dort traf ich ihn auch gleich an und er begrüßte mich freundlich.

Nachdem ich eine warme Dusche hatte und mein Zimmer und die Wohnung rumum angeschaut hatte, verabschiedete ich mich auch schon ins Bett. Es war 11 Uhr abends, und ich war seit dem Vortag 5 Uhr morgens wach.

Die ersten zwei Tage konnte ich zum ankommen nutzen, denn ich hatte wirklich mit der Zeitumstellung bzw. Zeitverschiebung zu tun. Trotzdem habe ich mich dazu gezwungen, ca. um 7 Uhr aufzustehen und dann den Tag über wach zu bleiben (obwohl ich nur 4-5 Stunden die Nacht geschlafen hatte). Während ich in Manly war, bin ich oft zum Strand gegangen, denn der war sehr schön und relativ ruhig, im Vergleich zu anderen Stränden in Sydney. Auch der Shelly Beach, eine kleine Bucht, war wirklich sehr schön. Ich bin hoch zu den North Heads gewandert, die auf jeden Fall den langen Fußmarsch wert waren. Von dort aus hatte man eine atemberaubende Aussicht auf die Skyline von Sydney! Es wehte eine frische Brise, die Sonne schien, und ich freute mich auf alles, was mich noch erwarten würde. Ich erwartete tolle Strände, warmes Wetter und nette Menschen um mich herum. Ich war jeden Tag zu Fuß unterwegs und abends dann immer relativ müde und kaputt, was aber hilfreich war, um etwas besser einschlafen zu können.

 

Als ich dann in die nächste Couchsurfing Unterkunft, gezogen bin, war es schon etwas besser mit dem Jetlag. Ich traf mich direkt am Samstag (29.09) mit einer alten Schulfreundin im CBD Sydney.  Mit ihr wollte ich ihre letzten Tage in Sydney verbringen, bevor es für sie wieder zurück nach Deutschland ging. Ich habe mich sehr sehr gefreut, sie zu treffen, da wir uns auch lange nicht mehr gesehen haben, und wir hatten viel zu erzählen! Wir machten am vormittag eine geführte Tour durch Sydney ( kostenlos 😉 und haben uns dann in den botanischen Garten gesetzt und ein sehr teures Eis (5$) gegessen, wobei wir einen schönen Blick auf das Wasser hatten. 😀

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Am nächsten Tag sind wir in den Taronga Zoo gefahren, wo wir versucht haben, so viele Shows und ‘Animal Encounters’ wie möglich anzusehen. Es war sehr voll, denn auch das Wetter war schön. Aber es hat sich gelohnt. Vom Zoo hatte man nochmal einen Wahnsinns Ausblick auf die Harbour Bridge und das Opera Haus und ich habe die Tiere und die Shows sehr genossen.

Anschließend sind wir noch mit der Fähre zum Bondi Beach gefahren. Am Sonntag kann man in Sydney für $2,70 alle öffentlichen Verkehrsmittel unbegrenzt nutzen! Also haben wir das direkt getan.In Bondi angekommen, waren wir zunächst etwas ernüchtert, da viele von diesem Strand geschwärmt haben, wir aber beide der Meinung waren, dass er nichts besonderes an sich hatte und wir den Manly Beach deutlich schöner fanden, einfach weil dort weniger Menschen und weniger Geschäfte waren.

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Am Montag, Sassie’s letzten Tag, haben wir dann nochmal einen Ausflug zum botanischen Garten gemacht, und an einem Ententeich H.P. Baxxter (Scooter) getroffen, und ich habe mich verdammt geärgert, dass ich ihn nicht direkt angesprochen habe, mit meinem doch sonst so lockeren Mundwerk 😀 Ich war mir einfach nicht 100% sicher, ob er es wirklich ist. Als ich mir sicher war, waren er und seine Begleiter leider schon außer Reichtweite. Ich bin kein meeeega Fan von ihm, sodass ich unbedingt ein Foto gewollt hätte, aber es wäre schon echt cool gewesen! So ein Zufall 🙂 *made my day* 😀

Am Dienstag bin ich dann zu den Blue Mountains gefahren. Das dauerte etwa 2 Stunden mit dem Zug, und dann von der Unterkunft nochmal ne dreiviertel Stunde mit dem Bus. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Wege dort waren recht anstrengend zum Teil, da sie steil bergauf und bergab gingen, aber ich hatte genügend Wegzehrung und Wasser dabei und wollte mich ohnehin an die körperliche Aktivität und das viele Rumgelaufe gewöhnen 🙂

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Die restlichen Tage der Woche, an denen es manchmal doll regnete, bin ich nochmal zum Dee Why Beach und zum Shelly Beach gegangen und habe dort nochmal schöne Spaziergänge am Strand entlang gemacht. Auch habe ich mich mit anderen Couchsurfern getroffen, die über den Tag frei hatten und die Gegend ebenso wie ich erkunden wollten. Am Donnerstag hatte der Host Geburtstag und ich habe Schoko Muffins gebacken und wir sind Abends zum Inder essen gegangen mit ein paar anderen Freunden und Arbeitskollegen von ihm. Das war echt ganz lustig. Am Freitagabend war ein Treffen in der Innenstadt von Sydney (CBD), mit anderen Couchsurfern, wobei auch ein deutsches Mädel dabei war. Ich hab mein erstes 9$  (!!!) Bier gekauft und es schmeckte zu teuer 😀 Dann haben wir Billard gespielt, wobei ich bzw. mein Team von 5 Spielen sogar 2 gewonnen haben. Danach waren wir noch in der Bar “The Cuban Place”, wo lateinamerikanische Musik gespielt wurde. Das war ziemlich cool und hat Spaß gemacht!

Am Sonntag bin ich dann 12 Stunden lang mit dem Zug nach Lismore gefahren, weil ich dort auf die neuen Hosts, die Farmer bei denen ich jetzt bin, treffen sollte. Schlafen konnte ich nicht wirklich, habe nur ein bisschen gedöst, denn ich war aufgeregt. Außerdem war die Landschaft teilweise sehr schön.

….Fortsetzung folgt….

Flug ans andere Ende der Welt…

Ich lass mal wieder etwas von mir hören… Diesmal, weil ein neuer Abschnitt im Leben bevor steht. Ein 5 monatiger Aufenthalt in Australien!
Mein erster Flug nach Singapur, 12 Studen:
Selten bin ich so entspannt während eines Flugs gewesen. Ich hatte den Fensterplatz und zwei nette Menschen in meinem Alter gleich neben mir sitzen. Die ersten 6 Stunden sind wir bei Tageslicht geflogen. Dann gab es einen „Blitz Sonnenuntergang“ (wir sind ja nach Osten geflogen), in etwa 3 bis 5 Minuten war es von dämmrig, über roten Himmel auf einmal fast komplett dunkel. Mit Einbruch der Nacht, wohlgemerkt um ca. 16 Uhr deutscher Zeit, und ich selbst wurde schläfrig. Allerdings war meine Aufregung und die Vorfreude so groß, dass ich nicht richtig schlafen, sondern nur ein wenig dösen konnte. Immerhin 😉 
Die Landschaften, die ich aus dem Flugzeugfenster sehen konnte waren ziemlich spannend. Zwischendurch sagte Google, wir fliegen über die Türkei und dann Iran und Afghanistan, Pakistan und Indien… Es war sehr schön anzusehen!  Glücklicherweise hatte ich noch ein gutes Buch dabei und viel Musik, tolle smoothe Sommer-Playlists. Die haben die Zeit relativ schnell rumgehen lassen. Die Sitzreihe vor uns war komplett frei, sodass wir dort ab und zu aufstehen und uns die müden Beine vertreten konnten. 
 
In Singapore sind es 27 Grad und es ist schwülwarm. Ich verziehe mich in den Kinosaal. Bin müde und aufgedreht, obwohl es hier mitten in der Nacht ist. Ziemlich viel los ist außerdem, alle Läden haben schon offen (4 Uhr morgens).
So viele Eindrücke, hier ist so viel zu sehen. Aber draußen ist es einfach zu schwül und nicht angenehm. Zum Sonnenaufgang um 7 geh ich dann nochmal raus, bevor um 10 der Flug nach Sydney geht. 

Die Zeit von 7 bis 10 habe ich mit diversen Dingen rumgeschlagen: kostenfreie Fußmassage. Habe mir einen frischgepressten Saft geholt. An das einheimische Essen habe ich mich nicht so ganz ran getraut, obwohl es super viel Auswahl gab und auch die Preise in Ordnung waren. Habe 10 Singapur Dollar für essen und trinken ausgegeben, das sind 6 €. Habe mir gedacht, dass ich auf dem Rückflug immer noch ein Souvenir und auch Essen von dort mitnehmen kann, wenn ich dann einen etwas längeren Aufenthalt dort habe (14 Stunden vorraussichtlich). 

Kurz bevor ich am Gate des zweiten Fluges war, setzte die Müdigkeit schlagartig ein. Ich war nun auch schon fast 24 Stunden wach. Die deutsche Zeit auf dem Laptop zeigte 3:30 Uhr an. Da ich ca. Seit 5 Uhr am Montag wach bin, und auch davor nicht sonderlich viel geschlafen habe, kein Wunder. Ich setzte mich ans Gate und bat ein junges Mädel in meiner Nähe, mich zu wecken wenn das Gate öffnet, für den Fall, dass ich einschlafe. Kurz darauf nickte ich ein und erschrak, als sie mich nach 10 Minuten antippte und mit einem freundlichen „Wake up Call“ weckte.
Obwohl ich mir vorgenommen hatte, durch zu machen, um dann erst nach australischer Zeit abends ins Bett zu gehen, hatte mein Körper etwas gegen diesen Plan. Kaum im Flugzeug angekommen, auf meinem Platz, machte ich die Augen zu und bekam nicht mal mehr den Start der Maschine richtig mit. Ich hatte erneut den Fensterplatz, diesmal allerdings direkt an den Tragflächen, konnte also leider nicht so viel sehen. 
Neben mich setzte sich ein Paar Mitte / Ende 50. Beide am Husten wie sonst was, der Frau ging es vermutlich noch schlechter als dem Mann, sie sah sehr fiebrig aus. Sie rieben sich durchgehend mit einer Creme das Gesicht und den Hals ein, und der Geruch war Hammermäßig würzig, streng. Aber er erinnerte mich an das, was ich mal bei der chinesischen Akupunktur bekommen habe. Und ich mochte den Geruch. Beide schliefen, ebenso wie ich, immer wieder kurz ein. Dabei lag sie mit dem Kopf auf dem Schoß des Mannes und er kraulte ihr liebevoll den Kopf und den Rücken. ‚Hachja, das wäre jetzt auch was‘, dachte ich mir so.. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt, da noch nicht einmal an meinem endgültigen Ziel angekommen, immer noch sehr abwartend und vorfreudig auf die Ankunft, und konnte nicht gleichzeitig was vermissen und mich freuen. Für mich hatte sich die Reise an diesem Punkt schon mehr als gelohnt. Durch die stärke Müdigkeit fühlte ich mich teilweise sehr zugedröhnt, bzw.  sogar high. Mir wurde alles egal und ich musste mich bemühen, an alle meine Handgepäck Stücke zu denken. Bei der zweiten Sicherheitskontrolle vergaß ich, meine Wasserflasche zu leeren und eine volle 3/4 Liter Flasche fuhr durch den Scanner bei der Personenkontrolle. Die Dame guckte mich gleich an, ich sagte, ‚Oh Sorry, daran habe ich gar nicht mehr gedacht‘. Dann nahm sie die Flasche und kippte das darin enthaltene Wasser in einen Müllsack neben ihr aus. Sie lachte freundlich und sagte, ‚No Problem‘. Dort drüben, so bedeutete sie mir, sei ein weiterer Wasserspender, da könne ich die Flasche dann ja wieder voll machen. Generell war es total schön und sehr eindrücklich am Flughafen in Singapur. Dort könnte man locker ein paar Tage verbringen, wenn man einen guten Platz zum schlafen findet. Er ist RIESIG! allein der Terminal 2, an dem ich mich befand, bot mehrere Stunden Unterhaltung, Blicke nach draußen und unzählige Essmöglichkeiten. (Ich entschied mich übrigens kurzerhand für etwas mir Vertrautes: Reis mit Linsen, in einer scharfen Soße).
Zum Flug und zu den Besonderheiten an Bord ist mir nicht viel aufgefallen. Start und Landung waren beide Male sehr sanft, der Flug ebenfalls. Es gab beim zweiten Flug Snacks und Drinks umsonst, was beim ersten 12 Stunden Flug nicht der Fall war. (Ich holte mir ne Rittersport mit Cornflakes, die so mega süß war und ganz viel Laktose und Sahnepulver enthielt, und ich trotzdem die Hälfte mit einem Mal auf aß.) Beide Male war es die Boeing 787 Dreamliner, beide Male war das Flugzeug nicht voll belegt. Die Plätze mit extra Legroom oder ScootBuisness blieben fast komplett frei. Auch zwischen den Reihen konnte ich eine Menge freier Plätze ausmachen. Eine Besonderheit dieses Flugzeugs: Die Fenster ließen sich über eine Taste quasi automatisch verdunkeln, in mehreren Stufen. Die Scheibe färbte sich dann in fünf Stufen von (hell-)blau bis fast schwarz. Ca. 3 Stunden vor der geplanten Landung bei einem Blick aus dem Fenster bemerkte ich, dass wir schon über dem australischen Festland flogen, und mir wurde bewusst, wie groß Australien tatsächlich ist. Allein von Ost zur Westküste, eher südlich, (Sydney bis Perth) sind es ca. 2 1/2 Stunden mit dem Flieger. Das Wetter sollte bei der Landung ähnlich sein wie die Tage davor in Deutschland. Leicht bewölkt, bei 18-20 Grad. Nachts um die 12 Grad. Nach mehrmaligem Einschlafen war ich dann um 17 Uhr nach australischer Zeit wieder Recht wach. Um 19:45 sollte das Flugzeug landen. Die restliche Zeit wollte ich wenigstens wach bleiben, damit ich abends dann recht müde einschlafen könnte, und der Jetlag nicht ganz so groß wird.. Soweit wieder mal der Plan!
Langstreckenflüge sind selbst mit Scoot sehr komfortabel. Die Stewards und Stewardessen achten penibel darauf, dass sich niemand eigenständig „upgradet“, indem er/sie sich heimlich auf einen Platz mit Extra Beinfreiheit schleicht, oder auch einen Platz einnimmt, der nicht der Vorgesehene ist. Hier dürfte es gerne mehr Flexibilität geben, aber was soll’s, man kann nicht alles haben. Ansonsten hätte der Flug keinen weiteren Komfort für mich gebraucht, und die Beinfreiheit brauchte ich bei meiner Beinlange auch nicht. 😉
Gegen Ende ds Fluges schenkte mir der Mann, der neben mir saß, eine Packung asiatische Butterkekse. Man waren die lecker! Er Verstand zwar kein Englisch, aber ich war mir sicher, dass meine Augen und mein Gesicht deutlich ein Danke und Überraschung signalisierten. 🙂
 
Die Ankunft war der Hammer in Sydney. Ein riesiger, leuchtender Vollmond über der beleuchteten Millionenstadt. Die Landebahn begann direkt neben dem Wasser, dem Hafen und es war ein ganz besonders schönes Gefühl. Ich bin so dankbar, sicher und Heile und wach angekommen zu sein. Es fühlt sich gut an, diesen Schritt gewagt zu haben, egal was er in der nahen Zukunft bringen mag, ich habe damit schon mal einige Ängste überwunden.
 
Aus dem Flughafen raus war noch mal ein ganz schöner Akt, da es viele und penible Kontrollen gab, mehrmale Passkontrolle und Gepäckkontrolle, man musste ein extra Einreiseformular ausfüllen. Nur mein Visum, was ich extra ausgedruckt hatte, wollte niemand sehen 😀

Wie geht es eigentlich weiter..

Ja, ich habe ne Weile lang nichts von mir hören lassen, aber nun gibt es Neuigkeiten. Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten viel damit beschäftigt, wie es nach dem Bachelor weiter gehen soll.. Master? Arbeiten? Was nun..?

Nun habe ich mich zu einem besonderen Schritt entschieden: Und zwar habe ich mich für ein Visum in Australien zum work&travel beworben und gestern eine Zusage bekommen. Nach dem Bachelor, wahrscheinlich im August oder September, werde ich also für einige Zeit ans andere Ende der Welt reisen. Dies war schon immer ein Traum von mir und ich möchte so viel wie möglich von dieser Welt sehen 🙂

Dennoch habe ich auch Zweifel und Ängste, ich denke das ist normal..

Ich mache mir ja generell gerne viele Gedanken, ob alles so klappen wird.. aber das wird es sowieso nicht 100% und das ist auch nicht so schlimm 😀 Jedoch hat es in England auch alles relativ gut geklappt und ich bin zuversichtlich, dass ich das schon irgendwie hinkriegen werde, egal was kommt 🙂

Ich freu mich diese Entscheidung nun zunächst mal getroffen habe und bin positiv motiviert !

Auf ein frohes neues Jahr und neue mutige Entscheidungen 🙂

Wie trivial doch manche Dinge erscheinen..

..wenn man sie in Beziehung zu anderen, größeren globalen Problemen setzt. Wie zum Beispiel den Konsequenzen des Klimawandels.

 

Sollte dieser immer noch nicht als eine unwiderrufliche Tatsache verstanden worden sein, dann benutzte man bitte das Werkzeug, was einem zwischen den Ohren sitzt und beschaffe sich erstmal ein paar Informationen.

Der Klimawandel ist ein Phänomen, was mehr beinhaltet als auf den ersten Blick offensichtlich zu sein scheint.. Vorallem ist hierbei festzuhalten, dass die Schwelle, an der man die Erderwärmung um weitere 2℃ noch aufhalten kann, beinah überschritten ist. Was das für Folgen hat und haben kann, werden vor allem die nachfolgende/n Generation/en… die, die jetzt zur Schule gehen,oder gerade erst das Licht der Welt erblickt haben, mitbekommen. und es folgen stürmische Zeiten.

Denken wir mal daran, dass jeder einzelne einen Beitrag dazu leistet bzw. leisten kann.

 

 

Selbstliebe..

Danke lieber Benjamin, schon mehrmals habe ich Anlauf genommen um diese Fragen zu beantworten, und schon lange befindet sich dieser Post in meinen Entwürfen.. Nun nehme ich mir Zeit dafür diese 8 Fragen zu beantworten..

  1. Was liebst du an dir?

    Von Liebe zu mir selbst zu sprechen fällt mir immer noch nicht leicht, so viel möchte ich gleich zu Anfang vorweg nehmen..
    Dennoch, mag ich mein Lächeln und meine positive Sicht auf manche Dinge, meine Fähigkeit mich in andere Menschen hinein zu fühlen und mein Streben danach Gutes zu tun. Ich mag meine Sicherheit, die ich ausstrahlen kann, wenn ich mir tatsächlich einer Sache sicher bin. Ich lerne schnell und habe eine gute Auffassungsgabe. Ich liebe vieles an meinem Körper, und das deswegen weil er mir ermöglicht mich zu bewegen, mich zu fühlen, Yoga/Sport zu machen, Fahrrad zu fahren, zu Reisen und zu schwimmen, zu laufen und zu tanzen. Das ist ein wahres Geschenk.

  2. Wie kultivierst du Selbstliebe im Alltag oder wie stellst du es dir in Zukunft vor?
    Indem ich mich manchmal einfach bewusst zurückziehe um einfach nur zu atmen oder zu meditieren. Indem ich bewusst einmal von der Außenwelt in mich rein zoome und versuche heraus zu finden, was in mir vorgeht und was ich gerade brauche. Ich versuche manchmal mittendrin einfach loszulassen, und die ganzen „Hätte , sollte, könnte, müsste“ mal weg zu lassen.
    Einfach nach Hause zu fahren und was schönes zu machen, in Ruhe zu sitzen, Augen zu, Musik an. 🙂 Füße massieren, warme Badewanne oder Dusche, Lieblingstee und Lieblingsfilm 🙂
    In Zukunft möchte ich noch mehr in mich hinein fühlen und spüren was ich gerade möchte und was mir gut tut. Und im Dialog mit mir slebst liebevoller werden, meine Gedanken bemerken, wenn sie gerade mal wieder destruktiv sind..
  3. Was machst du an Tagen, an denen so ziemlich alles einfach nur schwer fällt?

    Ich gebe mich der Schwerfälligkeit so gut wie es geht hin.. Ich mache mir Tee, ein gutes Frühstück oder höre auf meinen Körper was ich stattdessen brauche. Vielleicht eine warme Dusche, oder einfach ein bisschen Musik. Vielleicht tanze ich dann dazu auch.. 🙂 Es kommt selten vor, dass mir wirklich etwas sehr schwer fällt. Ich bin eher total überwältigt, ängstlich oder bin total im Kopf und zerdenke alles. Dann gehe ich trotzdem meinem Tagesablauf nach. Oder ich rufe eine Freundin an und rede mit ihr darüber. Manchmal schaffe ich es auch mit dem ’schweren‘ Gefühl präsent zu sein und ein paar Minuten einfach nur wahrzunehmen was da ist.

  4. Was hast du dir heute Gutes gegönnt?Ich habe ausgeschlafen, Yoga gemacht und mir etwas leckeres in aller Ruhe gekocht. Ich habe Termine verschoben, damit ich mehr Zeit zum ausruhen habe.
  5. Was war heute dein Kompliment an dich?
    „Du denkst wirklich sehr oft an das Wohl anderer und das ist schön! Dir liegt etwas daran anderen Menschen zu helfen. Du findest aber gerade mehr zu dir selbst, und das ist toll. Du wirst außerdem immer authentischer.“
  6. Was konntest du bereits an dir annehmen?

    Meine Launen, meine sich ständig verändernden Stimmungen, meine Ängste,
    dass ich ein grübelnder, nachdenklicher Mensch bin, der oft den Drang hat alleine zu sein. Dass ich aber auch neugierig, wissbegierig und manchmal sehr spontan und impulsiv bin und reagiere.

  7. Deine Liebeserklärung an dich?

    „Du denkst du bist komisch, aber das bist du nicht, versuche dich mit den Augen anderer zu sehen und lache dabei über dich 🙂 Du bist gut so wie du bist! bleib so!“

  8. Was auch immer du gerne teilen möchtest!
    habt Mut euch selbst den Fragen zu stellen, wenn euch dieser Post inspiriert.., denn ich nenne / nomiere jetzt niemanden speziell, das baut Druck auf 😀

Kaum zurück, schon wieder weg..

..am 01.08 kam ich nach 5 Monaten Leben und arbeiten in England wieder in Deutschland an, und kaum waren die Koffer halbwegs ausgepackt, bin dann schon wieder am 03.08 von Hamburg aus nach Norwegen geflogen. Also zum ankommen war keine Zeit, das war auch gar nicht schlimm. Hab ja jetzt Zeit.. Bin also wieder daheim.

In der Natur Norwegens konnte ich nochmal richtig schön entspannen und von der Zivilisation Abstand gewinnen; das tat gut.

P1010077 Hier Zuhause ist allerhand zu tun und ich komme gar nicht dazu mal einen Blogeintrag zu verfassen. Von morgens bis abends bin ich meist nur unterwegs, was auch gar nicht so schlimm ist, solange es nicht so in Stress ausartet, jedoch bin ich dann doch eher der Typ, der sich schneller mal stressen lässt, weil ich eine To-Do Liste im Kopf habe und gerne alles an einem Tag abhaken möchte. „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ war ein Satz den ich sehr oft gehört und dementsprechend verinnerlicht habe.

In England hatte ich viel mehr Zeit für mich und weniger Dinge zu erledigen oder Leute zu treffen, sage ich mal so, ich hatte mir dort ja noch kein richtiges Leben aufgebaut. Somit konnte ich öfter die Füße hochlegen, ein Buch lesen oder einen Film schauen. Vielleicht war ich aber auch soviel im Energiesparmodus, dass ich jetzt die gesparte Energie gleich wieder auspowern will 😀 Ich weiß es nicht. Jedoch wollte ich gerne ein paar der Norwegen Bilder hier mit euch teilen.

Also, here we go..

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Mal war es super warm und sonnig, mal was er stürmerisch und regnerisch und kühl…P1010095P1010146P1010245

Wie ein Spiegel… Wir waren mit unserem eigenen kleinen Ruderboot unterwegs 😉P1010213

How do you feel?

Hold on for a moment. Stop in your busy day to day life and take a minute.

Only one minute. Focus on your breathing. On how your breath draws in and out.

Breathe in deeply, through your nostrils, into your lungs, into your abdomen.

And then hold it for a second. Just a brief pause. Before you..

Follow it out again. Maybe you even breathe out through your mouth.. and let go.

Feel your lungs contracting, your abdomen shrinking, your shoulder relaxing.

And then repeat. Do it a couple of times.

Maybe you focus on your thoughts as well, and notice where you are right now..

What are you thinking about?