Flug ans andere Ende der Welt…

Ich lass mal wieder etwas von mir hören… Diesmal, weil ein neuer Abschnitt im Leben bevor steht. Ein 5 monatiger Aufenthalt in Australien!
Mein erster Flug nach Singapur, 12 Studen:
Selten bin ich so entspannt während eines Flugs gewesen. Ich hatte den Fensterplatz und zwei nette Menschen in meinem Alter gleich neben mir sitzen. Die ersten 6 Stunden sind wir bei Tageslicht geflogen. Dann gab es einen „Blitz Sonnenuntergang“ (wir sind ja nach Osten geflogen), in etwa 3 bis 5 Minuten war es von dämmrig, über roten Himmel auf einmal fast komplett dunkel. Mit Einbruch der Nacht, wohlgemerkt um ca. 16 Uhr deutscher Zeit, und ich selbst wurde schläfrig. Allerdings war meine Aufregung und die Vorfreude so groß, dass ich nicht richtig schlafen, sondern nur ein wenig dösen konnte. Immerhin 😉 
Die Landschaften, die ich aus dem Flugzeugfenster sehen konnte waren ziemlich spannend. Zwischendurch sagte Google, wir fliegen über die Türkei und dann Iran und Afghanistan, Pakistan und Indien… Es war sehr schön anzusehen!  Glücklicherweise hatte ich noch ein gutes Buch dabei und viel Musik, tolle smoothe Sommer-Playlists. Die haben die Zeit relativ schnell rumgehen lassen. Die Sitzreihe vor uns war komplett frei, sodass wir dort ab und zu aufstehen und uns die müden Beine vertreten konnten. 
 
In Singapore sind es 27 Grad und es ist schwülwarm. Ich verziehe mich in den Kinosaal. Bin müde und aufgedreht, obwohl es hier mitten in der Nacht ist. Ziemlich viel los ist außerdem, alle Läden haben schon offen (4 Uhr morgens).
So viele Eindrücke, hier ist so viel zu sehen. Aber draußen ist es einfach zu schwül und nicht angenehm. Zum Sonnenaufgang um 7 geh ich dann nochmal raus, bevor um 10 der Flug nach Sydney geht. 

Die Zeit von 7 bis 10 habe ich mit diversen Dingen rumgeschlagen: kostenfreie Fußmassage. Habe mir einen frischgepressten Saft geholt. An das einheimische Essen habe ich mich nicht so ganz ran getraut, obwohl es super viel Auswahl gab und auch die Preise in Ordnung waren. Habe 10 Singapur Dollar für essen und trinken ausgegeben, das sind 6 €. Habe mir gedacht, dass ich auf dem Rückflug immer noch ein Souvenir und auch Essen von dort mitnehmen kann, wenn ich dann einen etwas längeren Aufenthalt dort habe (14 Stunden vorraussichtlich). 

Kurz bevor ich am Gate des zweiten Fluges war, setzte die Müdigkeit schlagartig ein. Ich war nun auch schon fast 24 Stunden wach. Die deutsche Zeit auf dem Laptop zeigte 3:30 Uhr an. Da ich ca. Seit 5 Uhr am Montag wach bin, und auch davor nicht sonderlich viel geschlafen habe, kein Wunder. Ich setzte mich ans Gate und bat ein junges Mädel in meiner Nähe, mich zu wecken wenn das Gate öffnet, für den Fall, dass ich einschlafe. Kurz darauf nickte ich ein und erschrak, als sie mich nach 10 Minuten antippte und mit einem freundlichen „Wake up Call“ weckte.
Obwohl ich mir vorgenommen hatte, durch zu machen, um dann erst nach australischer Zeit abends ins Bett zu gehen, hatte mein Körper etwas gegen diesen Plan. Kaum im Flugzeug angekommen, auf meinem Platz, machte ich die Augen zu und bekam nicht mal mehr den Start der Maschine richtig mit. Ich hatte erneut den Fensterplatz, diesmal allerdings direkt an den Tragflächen, konnte also leider nicht so viel sehen. 
Neben mich setzte sich ein Paar Mitte / Ende 50. Beide am Husten wie sonst was, der Frau ging es vermutlich noch schlechter als dem Mann, sie sah sehr fiebrig aus. Sie rieben sich durchgehend mit einer Creme das Gesicht und den Hals ein, und der Geruch war Hammermäßig würzig, streng. Aber er erinnerte mich an das, was ich mal bei der chinesischen Akupunktur bekommen habe. Und ich mochte den Geruch. Beide schliefen, ebenso wie ich, immer wieder kurz ein. Dabei lag sie mit dem Kopf auf dem Schoß des Mannes und er kraulte ihr liebevoll den Kopf und den Rücken. ‚Hachja, das wäre jetzt auch was‘, dachte ich mir so.. Allerdings war ich zu diesem Zeitpunkt, da noch nicht einmal an meinem endgültigen Ziel angekommen, immer noch sehr abwartend und vorfreudig auf die Ankunft, und konnte nicht gleichzeitig was vermissen und mich freuen. Für mich hatte sich die Reise an diesem Punkt schon mehr als gelohnt. Durch die stärke Müdigkeit fühlte ich mich teilweise sehr zugedröhnt, bzw.  sogar high. Mir wurde alles egal und ich musste mich bemühen, an alle meine Handgepäck Stücke zu denken. Bei der zweiten Sicherheitskontrolle vergaß ich, meine Wasserflasche zu leeren und eine volle 3/4 Liter Flasche fuhr durch den Scanner bei der Personenkontrolle. Die Dame guckte mich gleich an, ich sagte, ‚Oh Sorry, daran habe ich gar nicht mehr gedacht‘. Dann nahm sie die Flasche und kippte das darin enthaltene Wasser in einen Müllsack neben ihr aus. Sie lachte freundlich und sagte, ‚No Problem‘. Dort drüben, so bedeutete sie mir, sei ein weiterer Wasserspender, da könne ich die Flasche dann ja wieder voll machen. Generell war es total schön und sehr eindrücklich am Flughafen in Singapur. Dort könnte man locker ein paar Tage verbringen, wenn man einen guten Platz zum schlafen findet. Er ist RIESIG! allein der Terminal 2, an dem ich mich befand, bot mehrere Stunden Unterhaltung, Blicke nach draußen und unzählige Essmöglichkeiten. (Ich entschied mich übrigens kurzerhand für etwas mir Vertrautes: Reis mit Linsen, in einer scharfen Soße).
Zum Flug und zu den Besonderheiten an Bord ist mir nicht viel aufgefallen. Start und Landung waren beide Male sehr sanft, der Flug ebenfalls. Es gab beim zweiten Flug Snacks und Drinks umsonst, was beim ersten 12 Stunden Flug nicht der Fall war. (Ich holte mir ne Rittersport mit Cornflakes, die so mega süß war und ganz viel Laktose und Sahnepulver enthielt, und ich trotzdem die Hälfte mit einem Mal auf aß.) Beide Male war es die Boeing 787 Dreamliner, beide Male war das Flugzeug nicht voll belegt. Die Plätze mit extra Legroom oder ScootBuisness blieben fast komplett frei. Auch zwischen den Reihen konnte ich eine Menge freier Plätze ausmachen. Eine Besonderheit dieses Flugzeugs: Die Fenster ließen sich über eine Taste quasi automatisch verdunkeln, in mehreren Stufen. Die Scheibe färbte sich dann in fünf Stufen von (hell-)blau bis fast schwarz. Ca. 3 Stunden vor der geplanten Landung bei einem Blick aus dem Fenster bemerkte ich, dass wir schon über dem australischen Festland flogen, und mir wurde bewusst, wie groß Australien tatsächlich ist. Allein von Ost zur Westküste, eher südlich, (Sydney bis Perth) sind es ca. 2 1/2 Stunden mit dem Flieger. Das Wetter sollte bei der Landung ähnlich sein wie die Tage davor in Deutschland. Leicht bewölkt, bei 18-20 Grad. Nachts um die 12 Grad. Nach mehrmaligem Einschlafen war ich dann um 17 Uhr nach australischer Zeit wieder Recht wach. Um 19:45 sollte das Flugzeug landen. Die restliche Zeit wollte ich wenigstens wach bleiben, damit ich abends dann recht müde einschlafen könnte, und der Jetlag nicht ganz so groß wird.. Soweit wieder mal der Plan!
Langstreckenflüge sind selbst mit Scoot sehr komfortabel. Die Stewards und Stewardessen achten penibel darauf, dass sich niemand eigenständig „upgradet“, indem er/sie sich heimlich auf einen Platz mit Extra Beinfreiheit schleicht, oder auch einen Platz einnimmt, der nicht der Vorgesehene ist. Hier dürfte es gerne mehr Flexibilität geben, aber was soll’s, man kann nicht alles haben. Ansonsten hätte der Flug keinen weiteren Komfort für mich gebraucht, und die Beinfreiheit brauchte ich bei meiner Beinlange auch nicht. 😉
Gegen Ende ds Fluges schenkte mir der Mann, der neben mir saß, eine Packung asiatische Butterkekse. Man waren die lecker! Er Verstand zwar kein Englisch, aber ich war mir sicher, dass meine Augen und mein Gesicht deutlich ein Danke und Überraschung signalisierten. 🙂
 
Die Ankunft war der Hammer in Sydney. Ein riesiger, leuchtender Vollmond über der beleuchteten Millionenstadt. Die Landebahn begann direkt neben dem Wasser, dem Hafen und es war ein ganz besonders schönes Gefühl. Ich bin so dankbar, sicher und Heile und wach angekommen zu sein. Es fühlt sich gut an, diesen Schritt gewagt zu haben, egal was er in der nahen Zukunft bringen mag, ich habe damit schon mal einige Ängste überwunden.
 
Aus dem Flughafen raus war noch mal ein ganz schöner Akt, da es viele und penible Kontrollen gab, mehrmale Passkontrolle und Gepäckkontrolle, man musste ein extra Einreiseformular ausfüllen. Nur mein Visum, was ich extra ausgedruckt hatte, wollte niemand sehen 😀

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