Warum Vegan?

Warum ich mich vegan ernähre habe ich bestimmt schon zwei dutzend Mal erklärt, meist mit einem leicht genervten Unterton und oftmals hatte ich das Gefühl mich vor Kritikern rechtfertigen zu müssen. Ja, ich habe mich manchmal angegriffen gefühlt.
„Ist doch alles totaler Quatsch/Schwachsinn.“
„Das kann doch nicht gesund sein..“
„Es hat einen Grund, warum wir Menschen Fleischfresser geworden sind..“ usw.

Es scheint immer besonders schwer für nahe Angehörige oder Bekannte zu sein, solche Veränderungen zu verstehen und vorallem zu akzeptieren. Wirkliche Freunde akzeptieren es eher ist so meine Erfahrung.

Vegan ist für mich nicht nur eine Ernährungsweise. Es ist viel mehr für mich.

Es ist keine Entscheidung die ich aufgrund gesundheitlicher Faktoren getroffen habe.

Natürlich gibt es auch die Menschen, die umsteigen, weil sie abnehmen wollen oder es aufgrund von Erkrankungen machen, was ich auch absolut gut finde und befürworte!! Denn mit meiner veganen Ernährung kann man viele viele „Leiden“ beseitigen. Auch wenn man dann zunächst mal nur an sein eigenes Wohl denkt. Das ist ja auch überaus wichtig! Ich kann nur gut für andere sorgen, wenn es mir selbst auch gut geht, also geht die eigene Gesundheit vor.. 😉

Für mich hängt damit zusammen, dass ich eine unglaublich großes Herz für Tiere habe.
Ja, für alle Tiere. Ich ziehe keine Katze und keinen Hund einer Kuh oder einem Huhn vor.
Da kann mir jemand noch 100 mal erzählen, dass es Nutztiere sind.. Es sind Nutztiere, weil wir Menschen sie zu Nutztieren gemacht haben. Weil es Zeiten gab in denen wir auf die Tiere als Nahrung angewiesen waren. Die Zeiten haben sich allerdings drastisch geändert. Das ist keine Rechtfertigung dafür, dass es ok ist, es zu tun. Nur weil es halt „so ist und immer schon so war..“

Meine Psyche spielt da auch mit rein.. Ich kann kein Tier mit einem guten Gewissen essen. Da wird mir übel, da bekomme ich wirklich Bauchweh.. Selbst wenn es mir einmal geschmeckt hat, hat sich das drastisch geändert. Ich habe ein anderes Bewusstsein für das bekommen, was ich da esse. Ich esse ein Lebewesen. Ein Lebewesen was aufgrund der Massentierhaltung nichtmal die Möglichkeit hatte ein lebenswertes Leben zu leben. Lange Zeit habe ich mich vegetarisch ernährt und Milchprodukte in Bio-Qualität gekauft. Das wurde natürlich erstens irgendwann teuer (aber das hätte mich vermutlich nicht sehr gestört, ich habe es nur selten im Monat gekauft, sodass es mich nicht pleite gemacht hätte). Zweitens ändert es nichts an der Tatsache, dass den Milchkühen ihr Kalb weggenommen werden muss, damit die Milch der Lebensmittelproduktion zur Verfügung stehen kann. Das Kalb was die Kuh 9 Monate austrägt..Zu dem sie eine Bindung aufbaut, bei desses Geburt sie ebenfalls eine Art „Bindungshormon“ ausschüttet, wie auch wir Menschen es tun. Aber das Kalb wird ihr sofort weggenommen, damit es nicht zu einer Verstärkung dieser Gefühle kommt.Und dann ist die Milchproduktion angeregt und die Kuh gibt erstmal eine Zeit lang Milch. Wenn sie weniger gibt, wird sie wieder künstlich befruchtet, mit dem Sperma eines Zuchtbullen. Jedes Jahr aufs Neue, bis die Kuh irgendwann nicht mehr kann.

Das ist noch nicht Grund genug, hängt für mich der Aspekt Umwelt-/Klimaschutz ebenso damit zusammen. Wenn ich mir überlege wie viele Ressourcen dadurch verbraucht werden.. Nicht viele wollen erkennen und sich eingestehen, dass sich unser Essverhalten direkt auf das Klima und die Umwelt auswirkt.

Wasser, Energie, Dünger (Lachgas), Methangase…
Für ein Kilo Fleisch werden ca. 10 Kilo Pflanzenfutter gebraucht, das steht für mich in keinem Verhältnis.
Um ein Kilo Butter zu erzeugen entstehen 23,8 kg CO² !Von dem was von all den produzierten Lebensmitteln letztendlich weggeschmissen wird möchte ich gar nicht anfangen, ich kann nur sagen: „Zu gut für die Tonne!“

Es lohnt sich das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht immer allzu ernst zu nehmen, mal seine Sinne einzuschalten (anschauen, dran riechen, evtl. probieren..) und wenn man sich ausschließlich pflanzlich ernährt, muss man sich darüber eh viel weniger Gedanken machen, denn da ist das Risiko eine Lebensmittelvergiftung von z.B. verdorbenem Fleisch, Milch oder Ei zu bekommen quasi ausgeschlossen.. 😉
Beim Transport werden natürlich auch Unmengen an CO² ausgestoßen! Die Verpackung ist ebenso ein Makel.. Viel ist doppelt und dreifach in Plastik eingepackt.
Aus gutem Grund esse ich vorwiegend regionales, saisonales Gemüse. Am besten aus dem eigenen kleinen Garten oder vom Bauern um die Ecke. Gemeinsames Gärtnern ist auch eine tolle Alternative und bringt außerdem noch soziale Kontakte.. 😉

Das waren ein paar Gedanken die ich mal loswerden wollte, weil ich finde, dass man vieles davon gerne nicht bedenkt oder vernachlässigt.

Natürlich habe ich das alles nicht innerhalb eines Monats umgestellt, sondern es war ein längerer Prozess und man gewöhnt sich daran, fühlt sich einfach besser mit dem was man isst und kann es mehr wertschätzen. Letztendlich muss es natürlich jeder Selbst entscheiden, was er isst oder nicht, aber für mich kommt es nicht mehr „in die Tüte“ 😉

19 Kommentare zu „Warum Vegan?

  1. Ich würde mich nicht ständig rechtfertigen. Das hast du nicht nötig.
    Jedem das Seine, finde ich.

    für mich wäre eine rein vegane Ernährung nichts, wobei ich eher wenig Fleisch esse, wenn, dann Bio und das ist teuer, kann und will ich nicht oft bezahlen.

    Viele vegane Produkte halte ich für fragwürdig wegen des Chemieaufwands.

    Ich muss bei dem veganen Käse z.b. immer an den Analog-Käse denken, der einen allgemeine Aufschrei verursachte, als man ihn auf der Pizza fand, er wurde als eklig deklariert….und veganer Käse ist nichts anderes als Analogkäse.

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    1. Wilmersburger Pizzaschmelz: Zutaten Wasser, Kokosöl (25 %), modifizierte Stärke, Salz, Säureregulator (Natriumcitrat, Citronensäure), Aroma, Farbstoff: Beta-Carotin, Trennmittel: Kartoffelstärke | Mich vegan zu ernähren ist der hilflose Versuch, meinen Anteil am Raubbau (aus Profitgier) dieser einzigartigen Erde und den einzigartigen Spezies und am unendlichen Leid der Tiere (von ihrer Geburt bis zu ihrer (Ab-)Schlachtung) größtmöglich zu verringern. Die Erkenntnis, dass wir, die Menschheit, zum Überleben, auf Fleisch und andere tierische „Produkte“ weltweit verzichten müssen, ist da (https://albert-schweitzer-stiftung.de/ueber-uns/leitbild). Es ist sinnlos, Süchtige den Irrwitz ihrer Sucht verständlich zu machen. Deshalb ist meine Entscheidung (2012), mich vegan zu ernähren und langfristig vegan zu leben, eine persönliche Entscheidung und ich werde nicht versuchen, Andere davon zu überzeugen. Ich werde auch alle anderen Ernährungs- und Lebensweisen tolerieren, weil wir nur miteinander über-leben können. | Liebe Grüße, Bernd

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      1. „Was ist Ehrfurcht vor dem Leben, und wie entsteht sie in uns? Die unmittelbarste Tatsache des Bewusstseins des Menschen lautet: ‘Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.’ Als Wille zum Leben inmitten von Willen zum Leben erfasst sich der Mensch in jedem Augenblick, in dem er über sich selbst und über die Welt um sich herum nachdenkt.“ „Zugleich erlebt der denkend gewordene Mensch die Nötigung, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vordem Leben entgegenzubringen wie dem eigenen. Er erlebt das andere Leben in dem seinen. Als gut gilt ihm: Leben erhalten, Leben fördern, entwickelbares Leben auf seinen höchsten Wert bringen; als böse: Leben vernichten, Leben schädigen, entwickelbares Leben niederhalten.“ „Dies ist das denknotwendige, absolute Grundprinzip des Sittlichen.“ „Ethisch ist der Mensch nur, wenn ihm das Leben als solches, das der Pflanze und des Tieres wie das des Menschen, heilig ist und er sich dem Leben, das in Not ist, helfend hingibt. Nur die universelle Ethik des Erlebens der ins Grenzenlose erweiterten Verantwortung gegen alles, was lebt, lässt sich im Denken begründen.“ „Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben begreift also alles in sich, was als Liebe, Hingabe, Mitleiden, Mitfreude und Mitstreben, bezeichnet werden kann.“

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      2. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nichts bringt, den Menschen etwas total mieszumachen, es ausreden zu wollen, etwas verbieten zu wollen.

        Der beste Weg ist, es vorzuleben und darauf hinzuweisen, wie groß das Tierleid ist und dass es schon viel bringt, wenn nicht jeden Tag Fleisch oder Wurst auf dem Tisch sein müssen, um etwas zu bewirken.

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    2. Ich möchte mich auch nicht mehr rechtfertigen, das habe ich am Anfang genug getan. Aber dieser Beitrag war einfach mal notwenig meiner Meinung nach, um es mal festzuhalten, für mich und für andere.. Die es entweder ähnlich sehen oder halt auch nicht.

      Ich stimmt dir zu, ich halte ebenso nichts von vielen dieser veganen Produkte! Kommt mir auch alles nicht in die „Stoff“-Tüte 😀

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  2. Ich ernähre mich seit einier Zeit vegan, zuerst waren es gesundheitliche Gründe aber mehr und mehr hat mir die vegane Lebensweise und Einstellung immer mehr die Augen geöffnet.
    Rechtfertigen tue ich mich nicht mehr. „Ist halt so und Du wirst wissen, warum Du Tiere isst und den ganzen Wahnsinn unterstützt, ist eine gute Antwort…“
    Und wenn es jemand wirklich interessiert, habe ich den Link schon auswendig… https://teekaysite.com/vegan-na-und-2/

    Ich stimme Dir in allem zu 100% zu!
    Danke für das Teilen!

    LG
    Thomas

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    1. Hallo Sina,
      Ja, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen..
      Ich muss aber auch zugeben, dass ich es manchmal auch ok finde bzw. es mag mich zu erklären,
      weil ich mich selber selten damit zufrieden gebe „das Dinge einfach nur SO SIND..“ 😀
      Ich nehme oft kritische Äußerungen zu persönlich und habe dann automatisch den Drang mich zu rechtfertigen, mich zu schützen quasi.
      Liebe Grüße
      Jacky

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      1. Ich denke aber dass wirklich die meisten nervt, dass sich Veganer immer erklären und vielleicht fordern das ja viele auch heraus. Daher sind Nichtveganer manchmal von veganern genervt und anders herum fühlen sich Veganer genervt. Einfach gut, esst was ihr mögt – ich rechtfertige meine Ernährung ja auch nicht ständig 😉 LG

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      2. Aber da ich nun einige Zeit vegan lebe, mag ich mich immer weniger erklären und muss es auch immer weniger. Am besten ist, man schneidet nicht unbedingt das Thema „Essen“ an und umgeht es gekonnt, und wenn einem jemand etwas tierisches anbietet muss ich nicht gleich sagen „Nein, das esse ich nicht, denn ich ernähre mich vegan“, sondern ich sage einfach „Nein, danke“ 🙂
        LG

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