Akzeptanz

Manchmal ärgert man sich, weil seine Mitmenschen ganz anders sind, anders handeln als man selbst und einen nicht so wirklich ernst nehmen oder akzeptieren. Woran liegt das?

Es liegt nicht immer daran, dass der andere „doof“ ist, wie wir gerne schnell mal sagen.. Unsensibel, verständnislos oder nicht fähig.. Es liegt daran, dass er/sie ein anderer Mensch ist.

Ein anderer Mensch hat andere Aufgaben, andere Ansichten in und von der Welt als ich.

Jeder lebt in seiner eigenen Welt, hat andere Blickwinkel und Meinungen, weiß mehr oder weniger, hat andere Talente und Fahigkeiten. Um das anzunehmen, braucht es Toleranz.
Die anderen müssen mich nicht immer verstehen, wichtiger ist doch, dass ich mich selbst verstehe und mich so wie ich bin auch wertschätze. Dazu braucht es Akzeptanz.
– Für mich Selbst und für die Andersartigkeit meiner Mitmenschen.
Und es braucht Selbst-Bewusstsein, damit ich mir Selbst bewusst werden kann: „Ok, hier drifte ich grad schon wieder ab in dieses Unverständnis und vielleicht in eine Wut oder Genervtheit über die andere Person“ – muss das denn grad sein? (ich bekomme dadurch doch selber schlechte Laune)

Vielleicht verstehe ich durch dieses Bewusstsein auch den Grund für meinen Groll und meine negativen Launen. Es ist nicht immer die andere Person an sich, die das Gefühl in der Wurzel dann in mir auslöst, sondern meist ist sie nur der „spontane Auslöser“ und der wirkliche Grund, die Wurzel liegt tiefer. Und manchmal sind wir dann zu unrecht sauer auf andere Personen, die gar nichts dafür können.. Aber wenigstens haben wir dann eine/n Schuldige/n gefunden (und fühlen uns damit vielleicht besser, weil wir denken „Immerhin bin Ich nicht selbst daran Schuld, sondern der andere..)

Wenn ich so überlege, mache ich das ziemlich häufig und wundere mich dann, wieso ich schon wieder die Schuld für meine Schlechte Laune den anderen in die Schuhe schieben will.. 

Ich übe mich in Bewusstsein und Akzeptanz anderer.. Auch in Akzeptanz von mir selbst. 😉 Und ich versuche zu verstehen, dass der andere auch einfach nur so ist, weil er menschlich ist. Weil wir alle individuell sind. Auch wenn das nicht immer leicht ist, lohnt es sich zu üben, um gelassener zu werden.

12 Kommentare zu „Akzeptanz

  1. Wahre Worte: „…Ein anderer Mensch hat andere Aufgaben, andere Ansichten in und von der Welt als ich.
    Jeder lebt in seiner eigenen Welt, hat andere Blickwinkel und Ansichten, weiß mehr oder weniger, hat andere Talente und Fähigkeiten. Dazu braucht es Toleranz…“

    „…Wenn ich so überlege, mache ich das ziemlich häufig und wundere mich dann, wieso ich schon wieder die Schuld für meine Schlechte Laune den anderen in die Schuhe schieben will.. …“ dieses wird bereits etwas weniger.

    Jedoch: Nicht soviel grübeln. Mehr das Leben genießen. Und Akzeptanz und Toleranz gegenüber anderen Personen ist manchmal nicht verkehrt und manchmal sogar ( mit etwas Feingefühl ) wünschenswert.

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      1. Grins.
        Das Grübeln ist bei mir schon weniger geworden. Im Moment habe ich in meinem direkten Umfeld allerdings Menschen, die mir helfen viel zu lernen.

        Sie sind so sehr anders und doch ok. Und in einem Punkt herrscht ziemliche Einigkeit: „Leben und leben lassen.“

        Nur sitzen wir irgendwie auch alle in einem Boot und wenn einer furzt stinkt es. 😉

        Liebe Grüße,
        Frank

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    1. Wenn ich jetzt mal nur für mich spreche.. Ich glaube da ist meine Empathie einfach noch zu überwiegend.. Die Akzeptanz lerne ich ja gerade erst. Und es heißt ja nicht, dass man in einen Egal Modus übergehen soll.. Nein, das ja bitte nicht 🙂

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  2. Ohja, das ist nicht immer leicht. Es hängt auch nicht selten damit zusammen, dass man sich abgelehnt fühlt, wenn der andere anders denkt und seine Meinung vehement verteidigt.
    Dennoch finde ich nicht, dass man Toleranz zeigen soll, tolerieren kommt von „tolerare“, was erleiden, erdulden bedeutet, neeee, das will ich nicht, es gibt schon genug Leid auf der Welt.
    Aber dem anderen sein Anderssein und sein Andersdenken lassen, ohne mich selbst schlecht zu fühlen, das ist für mich schon erstrebenswert.

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    1. Ja, da stimme ich dir zu. Das Gefühl, abgelehnt zu werden kenne ich gut. Das Gefühl, mit mir stimmt doch etwas nicht, weil der andere doch so anders ist als ich.. und ich nicht bin WIE der andere.. Hmmmm ja. Und dann diese Abneigung gegen Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten. Deswegen beharre ich oftmals auch lieber nicht auf meiner Meinung. Ich merke ja, wenn es dem anderen sehr wichtig ist, Recht zu haben. Nur mein Ego will das nicht so ganz einsehen.. 😉
      Interessant.. diese etymologische Herleitung von Toleranz kannte ich noch nicht, bzw. sie war mir nicht so ganz bewusst.

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      1. Ich finde es immer sehr traurig, wenn ich mich abgelehnt fühle, nur weil ein anderer eine andere Meinung hat.
        Manchmal kann ich im Kopf gegensteuern, aber manchmal gelingt es nicht, dann fühle ich mich nur mies.

        Naja, das tolerieren, also das erdulden, das haben uns seit Jahrtausenden die Kirchenväter eingebleut.

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      2. Manchmal, wenn wir uns der Sache frühzeitig bewusst werden, dan kann man vielleicht noch gegensteuern, aber wie du schon sagst, das klappt wirklich nicht immer.
        Naja ich sags mal so.. Wenn wir uns weniger aufregen über Dinge und mehr erdulden, dann gehen wir auch ein wenig stressfreier durchs Leben, oder? Oder in welchem Sinne meinst du das genau?

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        1. Das stimmt. Und es kommt auf die Sache an. Mir ist es völlig egal, wenn jemand sagt, seine Lieblingsfarbe ist Rot….ich selbst mag kein Rot. Aber das macht mir keine Probleme, das kann ich stehenlassen.
          Bei Dingen, die mich selbst oder politisch-soziale Themen oder private Themen angehen, da ist es schwer für mich.

          Ich meine, dass wir nichts tolerieren sollten, weil wir genug gelitten haben.

          Akzeptieren und respektieren ja, tolerieren nein.

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  3. Das ist es, was Menschen ausmacht. Ich habe den Eindruck, dass Toleranz und Empathie nicht mehr viel wert ist, in unserer Welt. Auf den anderen eingehen, andere verstehen lernen, es zumindest zu versuchen, das wäre der Anfang für ein besseres Miteinander. Nicht immer nur ich, nicht immer nur die Autobahn mit den Leitplanken links und rechts und mit Lichthupe unterwegs!
    Ein lieber Mensch hat mir gesagt, dass ich den Manager auch ab uns an vergesen soll und den Tempomaten nicht immer so hoch einstellen soll… Hab viel drüber nachgedacht.

    Ich lerne auch jeden Tag wieder ein wenig mehr und es ist eine schöne Erfahrung. Manchmal erkenne ich auch zu spät, wenn ich einen anderen Menschen zu Unrecht eingeschätzt habe, kann das dann aber auch zugeben und mich entschuldigen.
    Toller Beitrag…

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  4. Danke, Thomas!
    Ich glaube, so langsam wird es aber dem einen oder anderen bewusst, dass man so nicht mehr durchs Leben kommt und deswegen wird umgedacht.. So ist zumindest auch meine Hoffnung und mein Anliegen.
    Und wenn ich damit starte, so stecke ich vielleicht auch andere an.
    Das wäre für mich sehr wünschenswert! 🙂

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