Unter anderen..

Oft habe oder hatte ich besonders wenn ich mit anderen zusammen war das Gefühl nicht rein zu passen oder anders zu sein. (Ja vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Anderen eben auch anders sind..) Dennoch überkamen mich sehr oft diese Gedanken ich sei besonders „anders“. Irgendwie unpassend. Irgendwas gab es doch immer was sie an mir störte. Manchmal sagten sie es mir, oder teilten es mir deutlich unterschwellig mit.

Ich habe mir auch oft eingeredet, dass die Eigenschaften, die jemand schonmal vorher an mir nicht gut fand, nun neue Leute stören könnten.. Obwohl es nichtmal unbedingt so war. Aber zu fragen traute ich mich auch nicht.
Ich habe es manchmal versucht bei irgendwelchen Gruppen Anklang zu finden, aber das ging meist nach hinten los. Denn in Gruppen fühlte ich mich einfach nur saaaau unwohl. Lieber waren mir einzelne Menschen, aber auch da stieß ich immer an meine Grenzen.

Und redete mir bei der nächsten Gelegenheit ein, dass sie mir sicher absagten, weil sie nichts mehr mit mir zu tun haben wollten. Oder aber ich hatte Angst von ihnen verletzt zu werden oder verraten. Also zog ich mich dann zuerst zurück. Ich wollte keine Ablehnung erfahren, Kritik auch so gut es ging vermeiden. Eine Zeit lang floh ich einfach von jeder noch so „nahen“ Beziehung, aus Angst etwas zeigen zu müssen, was bisher als negativ gesehen wurde. Von anderen… Nicht von mir selbst. Ich mag meine Gefühlswelt. Ich freue mich über jede Situation, in der ich diese Gefühle zeigen kann, offen und unverhüllt. Einfach weil sie raus müssen und ich damit auch kein Problem habe. Eben nur meist meine Mitmenschen. Man könnte vielleicht einharken, dass ich mir einfach immer nur die falschen Personen gesucht habe, mit denen ich zu tun hatte. Ja, das mag sein. Es waren eben diese Menschen, die gemerkt haben, „Hey, die passt sich auch an!“ – Ja, ich habe mich oft für andere versucht zu verändern oder anfangs verstellt. Das war nicht gut, wahrlich nicht. Das ging auch nur für eine begrenzte Zeit, lang hielt ich das nicht aus..
Lang hielt ich es nicht aus immer nur bei anderen zuzuhören, aber von mir selbst nicht viel Preis zu geben. Denn das war sehr auslaugend. Und wer hört mir auch mal zu, wenn ich ein Anliegen habe? Ich hatte zu wenig Vertrauen.. In andere, und in mich selbst. Am liebsten machte ich Dinge eben einfach mit mir alleine aus, denn ich weiß ja wie ich ticke, ich kenn mich. Und ich kann mich, manchmal, akzeptieren. Nicht immer, und oft denke und dachte ich auch, dass ich mein Leben verfehlt habe und es irgendwie… nicht mag. Hassen klingt immer so hart, aber es wahr wohl eher eine Hass-Liebe. Ein Schwanken zwischen oben und unten. Und nie die Mitte finden.. Nie die passenden Leute finden.. So dachte ich immer. Na dann muss ich halt allein klar kommen, war mein Entschluss. Aber so ganz das gelbe vom Ei kann das auch nicht sein, immerhin sind wir soziale Wesen..!

Oft fragte ich mich: Wie erkenne ich das ich unter den richtigen Leuten bin?

Erkenne ich es daran, dass wir gemeinsame Interessen haben? Naja, gemeinsame Interessen in einer speziellen Hinsicht ist schonmal sehr viel wert und hilft gemeinsame Gesprächsthemen zu finden. Aber eben meist nur auf 1 oder 2 Bereichen. Tierschutz, Vegan ernähren, die selbe Musik hören, gleiche Hobbies / Sportarten betreiben.

Das sind auf jeden Fall schonmal gute Anhaltspunkte. Jedoch heißt das noch lange nicht, dass man dann auch zusammen schöne Momente erlebt. Sich vertraut. Ja, einfach etwas anvertrauen will. Lange Zeit hatte das bei mir einen sehr hohen Stellenwert. Aber auch das hat sich geändert, als ich gemerkt habe, wie gut es tun kann, relativ fremden Personen einfach persönliche, emotionale Dinge über mich zu offenbaren, und zwar direkt am Anfang des Kennenlernens. So kannte sie schonmal einen großen, wichtigen Teil von mir, und wurden nicht später davon überrascht. Und ich musste nichts mehr verstecken oder überlegen, wann ich jetzt noch mehr preisgeben kann /darf..
Das tut gut, darüber nicht nachdenken zu müssen. Ich lege Gedanken oder Emotionen offen, die eventuell den einen oder anderen abschrecken können. Das ist vielleicht auch ganz gut so. So trennt sich vielleicht „die Spreu vom Weizen“ und nur die Menschen hören oder lesen was ich zu sagen habe, die es wirklich wollen. Ich will das ja niemandem aufzwingen. Auf diese Weise ist auch niemand auf einmal „verwundert“, was denn noch so für Seiten in mir stecken.. Und ich muss auch kein schlechtes Gewissen haben, jemandem mit meinem Innenleben zu belasten. Indem ich zuerst meine manchmal als negativ gesehenen Seiten offenbare und zeige, kann ich doch umso mehr mit positiven Dingen überraschen.. Die gibt es nämlich auch zu genüge! Und es heißt ja auch bei weitem nicht, dass jeder Tag gleich ist. Und alle Gedanken in ein und die selbe Richtung verlaufen.

Nein, aber ich sollte nicht zuerst nur das vermeintlich positive und „tolle“ zeigen, um anderen Menschen zu gefallen und um akzeptiert zu werden. Ich will mich nicht (mehr) verstellen (müssen), denn so kann ich ja selbst nie akzeptieren wie ich bin. Und daran arbeite ich nach wie vor und bin über jeden Fortschritt dankbar 🙂
Es ist klar, dass ich nicht von heute auf morgen abstellen kann, was andere Leute von mir halten und ob sie mich vielleicht ablehnen, aber ich kann besser damit umgehen lernen.. Und ich mache mir keine Vorwürfe mehr, dass ich doch besser aufhören sollte mir Sorgen darüber zu machen, was andere nun von mir denken, denn so einfach wie es gesagt ist, ist es leider nicht getan. Jemand der das nicht kennt hat vielleicht leicht reden, aber ich weiß auch, das es vielen so geht oder ergangen ist. Und weniger werden es so offen aussprechen, was ja auch O.K. ist. Das muss jeder selbst wissen. Mir jedenfalls tut es gut, alles aufzuschreiben oder offen auszuzsprechen. Das KInd beim Namen zu nennen.. Und dann schreit es auch nur noch halb so laut.. 😉

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16 Kommentare zu „Unter anderen..

  1. Ich komme gerade von meiner Laufrunde zurück. Den ganzen Abend fand ich es einfach noch zu warm, um Laufen zu gehen. Aber ich hatte das Bedürfnis mich noch zu bewegen, nach einem langen Bürotag…
    Nun lese ich Deine Zeilen…
    Ich möchte Dir ein wenig von meiner Welt erzählen. Auch ich habe immer wieder versucht, es meinen Mitmenschen recht zu machen. Habe mich auch manchmal verstellt, mich verbogen und merkte, dass mir das überhaupt nicht gut tut, es fühlte sich falsch an, wie ein fauler Kompromiss. Bis ich gelernt habe, den Menschen auch offen meine Meinung ins Gesicht zu sagen, zu sagen und zu zeigen was ich fühle und denke. Wenn man belogen wird, soll man das um der Freundschaft willen dann einfach hinnehmen? Manchen stösst man dadurch vor den Kopf. Aber es geht doch auch darum, dass man authentisch bleibt, oder? Mit einem offenen und ehrlichen Umgang wirst Du sicher nicht viele Freunde haben, aber die Richtigen!
    Und… da geht es mir wie Dir. Das Schreiben tut einfach gut. Ich habe damit schon viel früher begonnen, aber als Tagebuch, nur für mich. Und jetzt erkenne ich, dass mich der Austausch hier mit lieben und unterschiedlichen Menschen so viel weiter bringt…

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    1. Das mit dem Laufen kann ich gut verstehen, man braucht es manchmal, aber an warmen Tagen sollte man damit noch warten, sonsts ist nur Tortur..
      Danke für deine Sicht, aus deinem Leben. Authentisch sein ist gut 🙂
      Allerdings ist es ein weiter Weg dorthin, wenn man mal so ganz anders angefangen hat.. Ich schreibe schon seit vielen Jahren, als Kind habe ich schon angefangen alles was mich beschäftigt nieder zu schreiben, habe mehrere Tagebücher geführt. Interessant, wenn man die nach vielen Jahren dann mal wieder entdeckt.. Aber das Schreiben hier ist ja auch für mich was neues, aber es fühlt sich gut an.
      LG Jacky

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        1. So ist es, und jeder Schritt in eine neue Richtung hält neue Steine und auch neue „Welten“ bereit.. Ich freue mich über jeden „Begleiter“, egal ob nur online oder real! Freut mich übrigens wahnsinnig, dass du mit der Umstellung auch vegane Ernährung so viele positive Erfahrungen gemacht hast! Ich freue mich immer wenn Andere Menschen sowas teilen, weil es eben heißt, dass sich ein „schrittweiser“ Verzicht sehr lohnen kann. Wenn ich in meinen jugen Jahren das sage, dann sagen alle, ach du bist doch eh noch so jung, da ist es doch egal wie du dich ernährst. Für mich ist es auch nicht nur der gesundheitliche Aspekt, es ist auch der ökologische und nachhaltige, sowie der ethische Aspekt!
          Ich lese gern bei dir.. 😉
          GLG Jacky

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    2. Und ich habe gerne wenige, dafür die Richtigen Freunde.. Jemandem die Meinung zu sagen, sagen was man denkt und fühlt kann man auch mit der Zeit besser ausdrücken und dann fühlt es sich für den andern auch gar nicht mehr so hart an.. Wenn man es so sachlich wie möglich versteht, entsteht auch nicht immer direkt ein Streit. Aber ich bin es trotzdem los geworden, das was ich gerade denke und fühle. Nur eben nicht ganz so temperamentvoll und laut, sondern eher „behutsam“ .. Kostet aber auch viel Übung. Ich sag mir immer, tief ein und aaaauuus… 10 mal am besten und dann nochmal gucken wie man es besser formuliert. 😀 Klappt nicht immer, aber manchmal 😉

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      1. Das ist sicherlich eine gute Taktik, manchmal erwische ich mich dabei, dass ich manches trotzdem einfach „rausrotze“, aber wer mich kennt, verzeiht mir das und schätzt das manchmal sogar. Alles in Watte zu packen ist nicht mein Ding…

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        1. Rausrotzen gefällt mir!! Ich habe mich das in letzter Zeit fast nie getraut zu machen, aber so langsam gewöhne ich es mir wieder an und treffe aber auch auf genug Menschen, die das verletzt. Und damit kann ich nicht gut leben, wenn ich andere damit verletzte, denn das möchte ich nicht. Also versuche ich es besser zu verpacken, einfach ein bisschen weniger „persönlicher angreifend“ und laut zu sagen. Tut mir gut, weil ich danach kein schlechtes Gewissen haben muss und tut den anderen gut, weil sie sich dadurch nicht runter geputzt fühlen. Aber vermutlich formulierst du generell die Sachen anders als ich, und wählst auch einen anderen Tonfall. Manchmal macht es ja schon einen Unterschied welches Geschlecht man hat, wie es beim anderen ankommt. Oft wird meine Kritik dann als rumgezicke abgetan..

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        2. Ich werde oft auch als Zicke bezeichnet 😉. Eine gute Freundin hat mich oft so genannt, wenn ich wieder mal „rausgerotzt“ habe. Ich habe das dann aber zu schätzen gewusst und irgendwie vielleicht zum Teil als Kompliment gesehen. Sie meinte dann auch oft, Du reagierst wie eine Frau 😎 Das ist das, was Du meinst. Geändert habe ich mich dadurch aber nicht. Mit der Zicke konnte ich gut leben… Verletzen will ich auch niemanden, nie, aber wie schon gesagt, wer mich kennt, kann damit umgehen…

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        3. Das ist interessant, aber schön, dass du darüber stehen kannst. Ist vielleicht auch ein bisschen was anderes als Mann die Zicke zu sein .. 😀 Ich versuche das auch mal, aber noch tut es manchmal auch weh so genannt zu werden.. Außerdem ist es so unwahrscheinlich, dass es in einer fremden Stadt schon Menschen gibt, die einen kennen.. Meine Familie kann das wohl ab, meine jahrelangen Freunde auch, aber der Rest.. Nun ja.

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  2. Manchmal ist Anpassen aber auch nicht die schlechteste Lösung. Besonders in einer funktionierenden ( zumindest sollte es so sein ) Partnerschaft ist dieses besonders wichtig. Entweder der andere steckt dann immer zurück und dann ist es wichtig, dass das der Gegenüber bemerkt, oder es gibt Streitereien, bzw. die Beziehung ist zu scheitern verurteilt.
    Auch wichtig ist es, dass Meinungen von Außenstehenden betrachtet werden aber nicht völlig in einem aufgehen und verarbeitet werden müssen.
    Auch andere haben Meinungen. Die müssen und sind nicht immer die Gleichen wie bei einem selbst.

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    1. Ich denke nicht, dass es Besonders wichtig ist, sich in einer Beziehung anzupassen. Ich denke man sollte den anderen einfach akzeptieren, und sich damit arrangieren wie der andere ist. Wenn das nicht geht oder es zu schwer fällt, dann ist es einfach nicht der /die Richtige… So ist meine Meinung.. Wenn die Liebe da ist, kann man viel besser annehmen wie der andere so ist. Und indem man sich selbst mit allen Macken und Kanten akzeptieren lernt, lernt man auch andere zu akzeptieren..

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