Du Opfer!

Ängstlich und unsicher kommen sie daher. Vielleicht sind sie (über)vorsichtig, empfindsam, ja einfach sensibel und etwas stiller als die anderen. Hinzu kommen körperliche Unterlegenheit, ein niedriges Selbstwertgefühl und negative Einstellungen zu sich selbst. Gefühle der Einsamkeit, Passivität und Hoffnungslosigkeit machen sich breit.

Wiederholt und über einen längeren Zeitraum sich dem Gekicher, Hohn und Spott und den Hänseleien, Diskriminierungen und Beleidigungen der Mitschüler aussetzen. Vielleicht kommen Pöbeleien, Belästigungen, Demütigungen und Drohungen dazu. Tritte, Kniffe oder Schläge. Die nicht nur körperlich, sondern auch emotional sehr wehtun können. Niemand fragt, ob man etwas unternehmen möchte. Beim Sport immer zu letzt gewählt. Ausgegrenzt oder gänzlich ignoriert werden kann sich unfassbar schrecklich anfühlen.

Probleme beim Einschlafen. Nächtliche Albträume. Jeden morgen aufstehen mit Bauch- oder Kopfschmerzen, generellem Unwohlsein. Leben in ständiger Angst und Unsicherheit. Was mache ich falsch, dass sie sich gerade mich als Opfer ausgesucht haben? Habe ich das verdient? Was lassen sie sich morgen wohl einfallen?
Aber den Eltern fällt nichts auf. Auch den Lehrern nicht. Wollen oder Können sie es nicht sehen? Die Angst etwas zu sagen ist zu groß. Man will die Eltern doch auch stolz machen. Es könnte dadurch ja auch noch schlimmer werden. Sie sollen sich keine Sorgen machen.

Mobbing hat viele Gesichter. Und es kann weitreichende Folgen für die Opfer haben. In ganz schlimmen, zum Glück seltenen Fällen, treibt er Jugendliche sogar bis zur Verweiflung, sie spielen mit dem Gedanken sich das Leben zu nehmen.. Tun sie dies nicht, verfolgen einen die Bilder ein Leben lang. Auch später ist man unter Umständen nicht selbstsicher genug um sich der Kritik anderer zu stellen und sich zu behaupten.

Leider werden die Probleme oft gar nicht oder zu spät erkannt. Dabei ist bereits Prävention, also zum Beispiel die Herstellung eines relativ harmonischen Klassenklimas von besonderer Wichtigkeit. Außerdem sollte das Wissen darüber verbreitet werden, was Gewalt bedeutet und wie sich die Opfer fühlen. Empathie als wichtiges Stichwort. Umgang mit Agressionen und Wut sollte thematisiert werden. Impulskontrolle. Nicht nur in der Schule, sondern auch am Arbeitsplatz.

 

 

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