Und wir sind auf der Suche..

.. Auf der Suche nach dem Wahren Selbst? Nach einem Sinn? Nach Liebe?
Wie selten gibt man schon wirklich zu, wie man selbst tief im inneren denkt und fühlt. Das sind solche intimen Gedanken und Bedürfnisse, das man sie ungern nach draußen lässt. Sie könnten doch verletzt werden, die tiefen Gefühle. Da hält man sie lieber in Schach. Gut versteckt hinter der Fassade, die nach außen hin weitesgehend akzeptiert ist. Immer beherrscht, nett und freundlich. Nur im sicheren Zuhause oder wenn wir ganz allein sind lassen wir diese Gefühle (wenn überhaupt) mal zu.

Perfektionismus ist nur eine Ausprägungsart davon. Wie oft setzen wir unsere eigenen Ansprüche zu hoch? Wie schmerzhaft die Einsicht, dass wir es nicht geschafft haben, oder niemals schaffen werden. Wieso eifern wir überhaupt solch unrealistischen Zielen nach?

Wir wollen besonders sein, und ständig was machen. Ein reges Treiben erfüllt die Städte. Hier zum Sport, da zum Meeting. Niemand hat mehr Zeit. Entspannung und nichts tun fällt schwer, wir könnten „unproduktiv“ scheinen. (Gut nur, dass Spa’s sich mittlerweile auch in der materialistischen Welt durchgesetzt haben. Wenn man also unmengen an Geld dafür ausgibt, sich einfach mal hinzulegen und nix zu tun, ist es legitim.)

In einer Leistungsgesellschaft geht es eben auch viel um Leistung, Arbeiten,.. stark sein und vermeintlich angepasst. Nur das zeigen, was andere sehen wollen. Um Anerkennung zu bekommen. Um sich darauf hin dann auch selbst annehmen zu können.
Was tut man nicht alles, um sein Selbstbild aufrecht zu erhalten. Und was könnte die Kritik in einem auslösen? Würden wir versuchen diese kritisierten, vermeintlich „unpässlichen“ Eigenschaften loszuwerden? Naja, loswerden ist vielleicht zu hart. Einfach verstecken. Wie das mit kleinen Pickelchen im Gesicht auch gemacht wird. Einfach abgedeckt. Dann kann auch niemand mehr darauf hinweisen.

Und trotzdem gibt man leider noch zuviel darauf, was andere sagen. Dass das nicht immer der Wahrheit entsprechen muss, geht an uns vorbei. Wer über uns urteilt tut das doch oft aufgrund von Unkenntnis. Wer kennt uns schon, wenn wir es nichtmal selbst tun?

Wer kann unser Selbst bestätigen, wenn nicht wir selbst? Uns immer Bestätigung von außen zu holen ist auf Dauer sehr anstrengend und führt unweigerlich zum Ausbrennen. Burn-out. Fast schon das neue Unwort des Jahres. Oder so ähnlich..

Und dennoch bleibt man hungrig. Ja hungrig im wahrsten Sinne des Wortes, denn oft werden vermeintliche Lücken im Leben mit Essen gefüllt. (Ich selbst kann mich davon nicht frei sprechen..) Aber dennoch. Der Hunger bleibt. Die Suche nach etwas, das unbefriedigt bleibt.

Es schadet doch nicht, hin und wieder die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Es ist keine Schande, wenn man erkennt, dass man vielleicht einfach durch dieses fleißige Agieren und Streben, Wetteifern und sich grandios fühlen über irgendetwas hinweg kommen möchte. Einsicht ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Und auch wenn sich Schmerz nicht schön anfühlt, ist er manchmal erst nötig damit es danach besser wird.

Ich möchte nicht ein Leben lang einer Illusion hinterher laufen, eine Maske tragen und etwas in der Welt suchen, was mir diese Welt aber niemals geben wird, weil ich es nur in mir Selbst finden kann.

 

 

 

 

7 Kommentare zu „Und wir sind auf der Suche..

    1. Ich nehme sie an, wenn ich sie bemerke, und versuche sie dann zärtlich zurückzuweisen. Denn auf bloße Verbannung reqagiert sie ständig mit Trotz und macht sich dann erst Recht breit.. Vielleicht sagst du einfach mal „Hallo Miss Perfect, da bist du ja mal wieder, ich hab heut aber echt keine Lust auf dich, wäre gut wenn du gehst. Und wenn du’s nicht tust, dann tu ich es halt.“ 😀
      LG jacky

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  1. Guten Morgen.

    Der Lebensinn ist höchstwahrscheinlich ein komischer, ängstlicher Vogel; kaum hast Du ihn erspäht, fühlt er sich entdeckt und flattert ängstlich davon.

    Wenn Du ihn nicht beachtest und ihm einfach nur Futter hinstellst, fängt er an zu picken und zwitschert dabei sogar.

    Liebe Grüße,
    Frank

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      1. Hallo Jacky.

        Das ist sehr gut möglich. Immerhin weißt Du nun, wie ich zu meinem Post von heute gekommen bin. 😉 Ob der Sinn des Lebenssich überhaupt erfassen läßt? Erspüren bestenfalls. Das Leben läßt sich nicht berechnen.

        Liebe Grüße,
        Frank

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